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Economist

Kein idealer Arbeits-Markt

Die Gewerkschaft hält den Personalmangel im Tourismus für „hausgemacht“.
Die Gewerkschaft hält den Personalmangel im Tourismus für „hausgemacht“.Daniel Rosenthal / laif / pictur
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Tourismus und Pflege klagen über zu wenig Fachkräfte. Sollen sie doch mehr bezahlen, ist das naheliegende Argument. Warum passiert das nicht? Eine Spurensuche.

Es gab eine Zeit vor Corona, als Hotels und Skihütten offen waren und ihre Betreiber ganz andere Probleme hatten: Wegen eines Mangels an Fachkräften müssten Betriebe in der Hochsaison Ruhetage einlegen, tönte es im November 2019 aus Vorarlberg. Wenn nach der Pandemie die Wirtschaft wieder anläuft, wird auch die Debatte über den Fachkräftemangel wieder aufflammen. Einstimmung gab vergangene Woche Tourismusministerin Elisabeth Köstinger von der ÖVP. Viele Beschäftigte hätten die Branche in den vergangenen Monaten verlassen und sich andere Jobs gesucht. „Die ganz große Sorge ist die Frage, wie man Mitarbeiter halten kann“, so die Ministerin.

Diese Sorge ist nicht neu. Je besser die Wirtschaft läuft, desto lauter die Klagen der Unternehmen über fehlende Mitarbeiter. Das klassische Beispiel: der arbeitslose Koch in Wien, der in Tirol dringend gebraucht würde. Auch IT-Kräfte und Techniker seien Mangelware, und der Bedarf im Gesundheitsbereich – Stichwort: Pflege – wurde in der Coronakrise sichtbar. Ein beliebter Einwand lautet dann: Der vermeintliche Mangel sei lediglich ein „Fachkräftebezahlmangel“. Würden die Unternehmen höhere Löhne bieten, hätten sie auch keinen Personalmangel. Aber ist die Rechnung so einfach?