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U-Ausschuss

FPÖ will Ex-Minister Schelling zu Causa Casinos befragen

Hans Jörg Schelling
Hans Jörg SchellingREUTERS
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Die FPÖ ortet eine Verstrickung des früheren ÖVP-Finanzministers: "Egal, welches Spiel Sie spielen, die Kugel rollt immer auf Schwarz."

Die Freiheitlichen wollen Hans Jörg Schelling als Auskunftsperson in den Ibiza-Untersuchungsausschuss laden. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker sieht den einstigen ÖVP-Finanzminister ins Engagement der tschechischen Sazka-Gruppe verstrickt, Mehrheiten in den Gremien der Casinos Austria zu erlangen. "Egal, welches Spiel Sie spielen, die Kugel rollt immer auf Schwarz", ordnete Hafenecker am Montag in einer Pressekonferenz die Causa weniger seiner Partei als der ÖVP zu.

Sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand habe die Sazka-Gruppe versucht, den Einfluss über die Mehrheit zu erlangen, erläuterte Hafenecker. Hintergrund sei, dass der tschechische Glücksspielbetreiber seine Anteile bei den Casinos Austria auf Schulden-Basis gekauft habe und daher die Dividenden habe steigern wollen: "Es ging am Ende des Tages nur um die Machtbalance in den Casinos Austria." Aufgrund der Unzufriedenheit mit der Situation habe man auch den FPÖ-nahen Finanzvorstand Peter Sidlo torpediert.

"Hineinrutschen" in die Casag erleichtern

Eine wesentliche Figur im Bestreben der Sazka-Gruppe ist für Hafenecker Ex-Finanzminister Schelling, der immer erklärt habe, die Sazka-Gruppe sei ein seriöser Investor. "Ich bin der Meinung, dass er uns einiges zu sagen hat", befand der freiheitliche Fraktionsführer im Hinblick auf die anstehenden weiteren Ladungen in den Untersuchungsausschuss. Nach Medienberichten soll Schelling sogar nach dessen Ausscheiden aus der Regierung sofort eine Beratertätigkeit bei Sazka aufgenommen haben.

Sazka habe zudem eine deutsche Privatagentin damit beauftragt, deren "Hineinrutschen" in die Casag zu erleichtern. Der den Behörden angeblich vorliegende Bericht der Frau soll "einige interessante Wege eingeschlagen" haben: Dieser sei nämlich auch an das Innenministerium unter der Leitung des nunmehrigen Ausschussvorsitzenden Wolfgang Sobotka (ÖVP) den damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, sowie an den ehemaligen niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) gegangen.

Hafenecker will nun wissen, ob und welche Gegenleistungen es für die damaligen Kabinettschefs von Finanz- und Innenministerium gegeben habe und: "Welche Rolle spielt der Herr Landeshauptmann Pröll?" Zur Ladung Schellings will der blaue Fraktionsführer Kontakt mit der SPÖ und den Neos aufnehmen.

(APA)