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Morgenglosse

Baum gerettet: Es geht ja doch!

Platane vor dem Cafe Eiles
Platane vor dem Cafe EilesDie Presse/Clemens Fabry
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Die 80-jährige Platane in der Josefstadt wird nun aufwendig umgesiedelt. Dabei hätte man es mit etwas Vorausplanung auch einfacher haben können.

Es wären, dessen waren sich wohl letzlich alle bewusst, sehr unschöne Bilder gewesen, die sehr schnell die sozialmediale Runde gemacht hätten: Einen 80 Jahre alten Baum an einem prominenten Standort kann man eben nicht so einfach unauffällig fällen.

Weshalb die Rettung der Platane nun zur Chefsache wurde: Peter Hanke (SPÖ) hat als zuständiger Stadtrat für den öffentlichen Verkehr (und damit auch für den U-Bahn-Ausbau, der der Platane das Leben gekostet hätte) ein Machtwort pro Baumrettung gesprochen. Was dazu beigetragen haben mag, das sich Wiener Linien, Naturschützer und Baumchirurg (der die Causa Baumabsiedelung nun kostenlos übernimmt) erstaunlich schnell einig geworden: Der Baum bleibt zwar nicht. Wird aber auch nicht gefällt. Sondern - ein passabler, wiewohl enorm aufwendiger Kompromiss - ausgegraben und umgesiedelt.

Damit haben Stadt und Wiener Linien gerade noch rechtzeitig abgefangen, was das Potenzial zu einer größeren Protestaktion gehabt hätte. Die drei (!) Aktivisten, die am Freitag vor Ort gegen den „Baummord“ protestiert haben, werden zwar noch nicht für Panik im Rathaus gesorgt haben. Dass die „Krone“ gerade dabei war, die Proteste medial mit eindeutiger Schlagseite zu begleiten, wohl schon eher.

Natürlich hätte man das alles auch einfacher haben können: Indem man in den Planungen zum U-Bahn-Ausbau bereits vor Jahren mitbedenken hätte können, dass hier ein ziemlich alter Baum an prominenter Stelle steht. Der nicht nur wegen des Klimawandels genau dort bleiben sollte.