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Textilien

Kleidung, die mitlebt: Mode und Funktion auf einem Nenner

Antiviral. Diesel wirbt mit der „Viral-Off“-Beschichtung der Sommer-­Denimkollektion.
Antiviral. Diesel wirbt mit der „Viral-Off“-Beschichtung der Sommer-­Denimkollektion.Beigestellt
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Mode und Funktion auf einen Nenner gebracht: Die aktuelle Phase der Neubesinnung hat auch das Potenzial von funktionellen Textilien in neues Licht gerückt.

Im Frühjahr 2020 launchte das Schweizer Technologieunternehmen HeiQ eine antivirale und antibakterielle Beschichtung für Textilien: Viroblock NPJ03. Während Viren im Schnitt bis zu zwei Tagen auf Stoffen haften, soll die antivirale Wirkung von Viroblock NPJ03 innerhalb von zwei bis fünf Minuten einsetzen. Das Medizinwesen hatte auf diese Innovation schon gewartet: Die Nachfrage war weltweit so groß, dass HeiQ die patentierte Technologie selbst seinen Mitbewerbern zur Verfügung stellte – kostenlos.

Mittlerweile nutzen auch Modeunternehmen die Beschichtung – Hersteller von Hemden, Anzügen und Jeans. Einer der Ersten, der Viroblock NPJ03 von HeiQ für Jeans einsetzte, war der pakistanische Produzent der Marken DL1961 und Warp + Weft. Sarah Ahmed, die Designerin, sagte in einem „Vogue“-Interview, dass es darum gehe, das Vertrauen der Verbraucher während der Pandemie zu stärken und ihre Ängste in Bezug auf Umkleidekabinen und Onlinehandel zu zerstreuen. Vor allem aber wolle man ihnen Schutz vor dem Virus bieten.

Sinn und Nutzen. Die Ausrüstung ist „extrem wirksam“, bestätigt Thomas Stegmaier, Leiter des Kompetenzzentrums für Textil­chemie, Umwelt und Energie im Deutschen Institut für Technische Fasern. Im Medizinbetrieb sei sie auch wichtig, weil Keime nicht in offene Wunden gelangen dürfen. Bei Jeans stelle sich aber die Frage, „inwiefern das sinnvoll sein soll. Letztlich geht es darum, Infektionen zu vermeiden.“ Im Alltag findet Stegmaier die Technologie darum lediglich bei Schutzmasken sinnvoll, „wenn Viren die mechanische Barriere durchschlagen und dann auf chemische Art zerstört werden“.