Mobilfunk-Diskonter wie „HoT" oder „spusu" drücken die Handytarife in ganz Österreich. Doch damit könnte bald Schluss sein. Die großen Drei, A1, Magenta und „3“, können feiern. Denn die EU hält ihre schützende Hand nicht mehr lange über der Billig-Konkurrenz.
Wien. Wer Kunde von A1 oder „3“ ist, hat dieser Tage vermutlich unangenehme Post erhalten. Ab März ziehen die beiden Mobilfunkanbieter die Preise für etliche Alt-Verträge nämlich noch einmal kräftig an. Erst im April erhöhten A1, „3“ und Magenta die Tarife im Gleichschritt. Und dennoch könnte das erst der Anfang sein: Wettbewerbshüter sehen das Ende der billigen Mobilfunk-Tarife im Land nahen.
Seit „3“ im Jahr 2012 die französische Orange übernommen hat, gibt es nur noch drei echte Mobilfunkbetreiber in Österreich. Diese Konzentration am Markt hatte Folgen für die Kunden: In den zwei Jahren nach der Fusion stiegen die Preise um ein Fünftel an. Erst als 2015 große virtuelle Mobilfunkanbieter (MVNO) am Markt aufschlugen, wendete sich das Blatt. Möglich wurde der Aufstieg von Handy-Diskontern wie „HoT“ oder „spusu“ erst durch eine Fusions-Auflage der EU-Kommission, wonach die chinesische „3“ ihr Mobilfunknetz an Mitbewerber vermieten muss. Seither treiben die virtuellen Mobilfunker die Großen Drei mit Kampfpreisen vor sich her und gewinnen massenhaft Kunden.