Sicherheit

Blackout-Alarm in der Wirtschaft

Die „Beinahe-Katastrophe" im europäischen Stromnetz hat bei den heimischen Unternehmen tiefe Spuren hinterlassen. Sie berichten über hohe Schäden und fordern ein rasches Umdenken der Politik.

Der Schreck sitzt vielen Unternehmern im Land noch in den Knochen: Es ist erst wenige Wochen her, dass ein einzelnes überlastetes Umspannwerk im Nordosten Kroatiens das gesamte europäische Stromnetz an den Rand des Blackouts geführt hat. Der totale Stromausfall konnte zwar verhindert werden, doch schon die Schwankungen im Netz haben zu teilweise beträchtlichen Schäden geführt. Vorfälle wie diese häufen sich, warnen die Firmenchefs. Sie sind unzufrieden mit der Reaktion der Politik und fordern mehr Sicherheit für ihr Geschäft.

„Es ist nicht mehr lustig“, sagt Günther Ofner. Der Chef des Wiener Flughafens hat seit 2011 fast 15 Millionen Euro in Batterien, Notstromaggregate und unterbrechungsfreie Stromleitungen investiert, um den Flughafen für den Blackout zu rüsten. Mit diesen Maßnahmen sei ein Stromausfall „einmal in 96 Jahren denkbar“, versicherte ihm ein TU-Gutachten damals. „Stattdessen war der Flughafen in den vergangenen neun Jahren vier Mal vom Netz“, so Ofner. Dazu kämen mittlerweile wöchentliche Schwankungen bei Spannung und Frequenz. „Vor zehn Jahren kam das vielleicht einmal im Monat vor. „Die Versorgungsqualität hat extrem gelitten“, so der Vorstand.>>> Leitartikel: Warten wir nicht ab, bis die nächste Katastrophe wirklich da ist [premium]

Eine Milliarde Euro Schaden pro Tag

Ein Blackout ist das Katastrophenszenario für jede Volkswirtschaft. Die heimische Wirtschaft verliert an jedem Tag ohne Strom rund eine Milliarde Euro. Theoretisch. Rein praktisch war das seit Jahrzehnten nicht der Fall. Im Schnitt dauert ein Stromausfall hierzulande 25 Minuten. Aber es braucht nicht immer gleich einen Blackout, um den Standort zu belasten. So geschehen am 8. Jänner 2021: Die plötzliche Teilung des europäischen Stromnetzes hat dazu geführt, dass in Westeuropa kurzfristig Strommangel herrschte und die Frequenz unter die üblichen 50 Hertz absank.

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