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Nazi-Kunsthändler

Kaffee mit Görings „Bluthund“ in Paris

Bruno Lohse raubte in Frankreich Kunst für Göring. Der US-Historiker Jonathan Petropoulos stützt sein Buch „Goering's Man in Paris“ auf viele, fast freundschaftliche Gespräche mit ihm: aufschlussreich – und eine ethische Gratwanderung.

Einen der „Top Five“ unter den Kunsträubern aller Zeiten nennt der Historiker Jonathan Petropoulos ihn. Nüchterner gesprochen: Bruno Lohse war Görings Kunstbeschaffer in Paris. Von 1941 bis 1944 war er stellvertretender Leiter des Sonderstabs Bildende Kunst in der Kunstrauborganisation ERR (Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg). Sie beschlagnahmte allein in Frankreich rund 30.000 Werke. Als Göring-Vertrauter mit Spezialausweis war er gefürchtet und genoss alle nur denkbaren Freiheiten in Paris, er hatte viele Affären, er scheffelte Geld. Er beteiligte sich selbst an der Ausräumung jüdischer Wohnungen und brüstete sich einmal damit, jüdische Besitzer eigenhändig erschlagen zu haben.