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Bier und Autos: Die wirtschaftliche Basis für Tschechiens viertgrößte Stadt.
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Tschechien

Nach Pilsen nicht nur dem Pils zuliebe

Westböhmen lohnt sich immer, vor allem das kinderfreundliche und kulturintensive Pilsen, mit seinem Plzeňský Prazdroj ein Bierknotenpunkt mit außergewöhnlichen Marionetten. Ein Tipp für nach allen Lockdowns.

Die Tschechen sind ja ziemliche Bierwahnsinnige. Daher verwenden sie auch liebevolle Synonyme zu „Gerstensaft“: das Blonde, ein Stückchen, der Schlamm, die Gabe Gottes, die einzige Sicherheit, das rötliche Wasser, die Patrone, der Bottich, das flüssige Brot. Und wo könnte es frischeres Blondes geben als im westböhmischen Pilsen (Plzeň), viertgrößte Stadt des Landes (172.000 Einwohner)?
Lang bevor es zum Bierknotenpunkt wurde, war Pilsen das, was man gegenwärtig einen Bahnknotenpunkt nennt. Gegründet 1295, kam hier jeder durch, der von Prag in deutsche Länder reiste. Heute ist Pilsen nicht nur für die Automarke Škoda bekannt – das Unternehmen ist verkauft, aufgespalten und zerstückelt –, sondern vor allem für ihr goldgelbes, untergärig gebrautes Lagerbier. Doch denkbar schlecht fing die Sache an: Das ursprüngliche Bier war so mies, dass man öffentlich auf dem Hauptplatz die Fässer ausschüttete und den dicklichen Braumeister Josef Groll, einen Bayern, 1839 beauftragte, Besseres zu brauen – der Beginn einer Erfolgs­geschichte. „Pils“ bezeichnet bald eine Herstellung nach der Brauart des Pilsener Urquells. Inzwischen nennt man zwei Drittel aller Biere im Umlauf so.