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Ein Anhänger des burmesischen Militärs bei einem Protest gegen die zivile Wahlkommission in Yangon.
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Militärputsch

Burma: Im Internet formiert sich Widerstand

Das burmesische Militär setzt neue Minister ein und schließt den internationalen Flughafen. Die ersten Organisationen rufen zu Protestaktionen gegen das Regime auf.

Das Video scheint zu surreal, um echt zu sein. In einem neongelben Trainingsshirt und schwarzer Jogginghose tanzt eine junge Burmesin vor einer mehr als zehnspurigen Straße ein bisschen Aerobic. Während sie herumhüpft, fährt hinter ihr eine Kolonne schwarzer Geländewagen mit Blaulicht durch das Bild.

Auf ihrem Tanzvideo will Khing Hnin Wai am Dienstag zufällig eine Szene aus dem 55-Millionen-Einwohner-Land Burma (Myanmar) festgehalten haben, genauer gesagt aus der überdimensionierten Hauptstadt Naypyiadaw. Diese befindet sich genauso wie das gesamte Land seit Montag im Ausnahmezustand.

Das Militär entmachtete die Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kiy, die Ikone des burmesischen Freiheitskampfes wird seitdem an einem unbekannten Ort festgehalten. Laut Medienberichten wurden außerdem 42 Politiker und 16 Aktivisten festgenommen. Für ein paar Stunden fiel das Internet aus, am Dienstag schloss der internationale Flughafen des Landes und soll laut einem Sprecher  frühestens im April wieder öffnen. Elf Militärs und Politiker einer militärnahen Partei haben unterdessen alle Ministerposten übernommen.