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"No Covid"

Ifo-Ökonom: "Dauer-Lockdown bis 2022 droht"

GERMANY-HEALTH-VIRUS
Lockdown in Berlin: "Mit der Geschwindigkeit, mit der das voran geht, dauert der Eiertanz aus Öffnen und Schließen noch bis Herbst", sagt Peichl.APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ
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Wirtschaftsforscher Andreas Peichl spricht sich gegen Öffnungsschritte in Deutschland aus. Das Land solle "jetzt ein paar Wochen länger durchhalten“ - auch der Wirtschaft zuliebe.

 In der Debatte über das weitere Vorgehen in der Coronakrise hat der Wirtschaftsforscher Andreas Peichl vom deutschen Ifo-Institut in München vor möglichen Schäden für die Wirtschaft durch zu frühe Lockerungen gewarnt. "Das Virus stellt die Gefahr dar, auch für die Wirtschaft - und nicht die Maßnahmen gegen das Virus", sagt Peichl der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch.

"Wenn wir morgen alles öffnen, glaube ich nicht, dass die Leute wieder in die Restaurants rennen", fügte der Ökonom hinzu. Der Inzidenzwert - die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in der Woche - müsse deutlich unter zehn fallen, sagte Peichl der Zeitung. Sonst könnte sich das Virus jederzeit rasch erneut ausbreiten.

Deutschland solle den Lockdown daher "lieber jetzt ein paar Wochen länger durchhalten", sagte er. Der Ökonom zählt zur "No Covid"-Initiative, die null Neuinfektionen anstrebt. Ähnliche Ziele hat auch die linke „Zero Covid"-Initiative.

Interview

Der liberale deutsche Ifo-Ökonom Clemens Fuest hat den Aufruf „No Covid" mit initiiert und warnt: Es bedarf noch sehr viel mehr Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die Produktion in den Betrieben müsse aber aufrechterhalten werden.

>>> "Wir haben gar keinen wirklich harten Lockdown"[premium]

Der Impfstoff allein werde die Unternehmen nicht retten, sagte der Wirtschaftsforscher. "Mit der Geschwindigkeit, mit der das voran geht, dauert der Eiertanz aus Öffnen und Schließen noch bis Herbst", warnte Peichl. "Und dann haben wir immer noch keine Herdenimmunität, und es droht wieder ein Dauer-Lockdown von November bis Frühjahr 2022."

Merkel lehnt Lockerungen ab

In Österreich hat die Regierung Anfang der Woche entschieden trotz hoher Infektionszahlen den Handel und die Schulen zu öffnen. In Deutschland beraten nächste Woche Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Kanzlerin Angela Merkel hat am Dienstag eine Lockerung des Lockdowns abgelehnt. Sie bitte alle Menschen, "noch eine Weile durchzuhalten", sagte die CDU-Politikerin in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Zwar gebe es jetzt deutschlandweit eine Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. "Das ist eine gute Leistung, da waren wir lange nicht. Aber damit haben wir noch nicht wieder die Kontrolle über das Virus durch die Gesundheitsämter."

>>> Interview in der „Süddeutschen Zeitung"

(APA/AFP)