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Umfrage

Krebs macht Österreichern mehr Angst als Coronavirus

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Ziel der EU ist es, die Raucherquote bis 2040 auf fünf Prozent zu senken.Die Presse/Clemens Fabry
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Krebserkrankungen sind für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle in Österreich verantwortlich.

In Österreich erkranken jedes Jahr etwa 40.000 Menschen an Krebs, jeder vierte Österreicher erhält im Laufe seines Lebens diese Diagnose. Eine mögliche Krebserkrankung bereitet den Österreichern größere Sorge als etwa eine Infektion mit dem Coronavirus, ergab eine Umfrage unter tausend Personen (TQS Marktforschung) im Auftrag der Donau Versicherung.

42 Prozent der Befragten an, Sorge zu haben, im Laufe des Lebens an Krebs zu erkranken. Mit Abstand auf Platz zwei folgt erst die Sorge vor Corona (30 Prozent). Die Angst vor psychischen Erkrankungen habe mit 21 Prozent ebenfalls stark zugenommen, sagte TQS-Leiterin Angelika Sonnek. Die Ergebnisse einer Umfrage hängen allerdings immer von der Art der Fragestellung ab.

59 Prozent der Befragten haben seit dem ersten Lockdown keine Vorsorgeuntersuchungen mehr in Anspruch genommen, 40 Prozent einen oder gar mehrere Termine bei Ärzten oder Krankenhäusern abgesagt oder ausgelassen.

Anschober will psychologische Begleitung verstärken

Krebspatienten sollen in Zukunft besser psychologisch betreut werden. "Rund 25 bis 30 Prozent aller Krebspatienten entwickeln zusätzlich eine behandlungsbedürftige psychische Störung, die auch den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch, einen Tag vor dem Weltkrebstag.

Daher sei geboten, die psychoonkologische Versorgung verstärkt in den Fokus zu nehmen. Eine Bestandserhebung und eine Studie zur Versorgung mit psychosozialer Betreuung von krebserkrankten Kindern und Jugendlichen sei bereits durchgeführt worden.

"Wir arbeiten mit vollem Einsatz an der Umsetzung des Krebsrahmenprogramms. 2021 wird ein Schwerpunkt auf Maßnahmen zur krebsspezifischen Gesundheitskompetenz gesetzt", sagte Anschober.

Auch am Survivorship Passport werde weitergearbeitet. In diesem werden - speziell bei Kindern und Jugendlichen - die onkologischen Diagnosen und Therapien zusammenfasst und individuelle Nachsorgeempfehlungen festgehalten. "Auch, wenn Corona im Gesundheitsbereich derzeit das dominierende Thema ist: Krebserkrankungen sind für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Daher braucht es Engagement und Initiative, um dazu beizutragen, diese Zahlen zu senken", sagte Anschober.

EU-Ziel: 2040 nur noch fünf Prozent Raucher

Binnen 20 Jahren soll die Raucherquote in der Europäischen Union von derzeit 25 auf unter fünf Prozent sinken. Das ist ein Ziel eines am Mittwoch vorgestellten EU-Plans gegen die oft tödliche Volkskrankheit. Zudem sollen Früherkennungsprogramme und spezialisierte Krebszentren ausgebaut werden. Aus dem EU-Budget sollen vier Milliarden Euro in die Initiative fließen, wie die EU-Kommission in Brüssel vorschlug.

Im vergangenen Jahr wurde nach offiziellen Angaben bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs entdeckt. 1,3 Millionen Patienten starben an der in vielen Varianten auftretenden Krankheit. Deshalb schlägt die Kommission vor, in allen EU-Staaten bis 2025 sicher zu stellen, dass mindestens 90 Prozent der Risikogruppen für Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs Früherkennungstests angeboten werden. Bis 2030 sollen 90 Prozent der betroffenen Patienten Zugang zu nationalen Krebszentren haben, die in der EU vernetzt sein sollten.

Zur Vorbeugung sollen Impfungen gegen bestimmte Krebsarten stark ausgeweitet werden. Bei Mädchen, für die es eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gibt, soll bis 2030 eine Impfquote von 90 Prozent erreicht sein.

(APA/red.)