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Zu jung

Hollywoods Problem mit "Ageism"

Carey Mulligan in "The Dig".
Carey Mulligan in "The Dig".(c) imago images/Cinema Publishers C (Larry Horricks / Netflix via www)
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Altersdiskriminerung trifft vor allem Schauspielerinnen. Jüngstes Beispiel: Carey Mulligan, die mit 35 Jahren eine über 50-Jährige spielt.

Die Film- und Schauspielindustrie hat ein Problem. Unter zwar mit dem Alter ihrer weiblichen Hauptdarsteller.

Jüngstes Beispiel ist die 35-jährige Schauspielerin Carey Mulligan, die in dem "Netflix"-Film "The Dig" Edith Pretty spielt. In der gezeigten Zeitperiode zwischen 1939 und ihrem Tod 1942 war Pretty 53 beziehungsweise 56 Jahre alt.

Ursprünglich hätte die Rolle Nicole Kidman bekommen sollen, die mit 53 Jahren eine altersgerechte Wahl gewesen wäre. Im Interview mit "BBC News" räumt Mulligan den Altersunterschied zwar ein, der Sinn für den Charakter der Edith Pretty sei aber entscheidend. "Ich wurde mit Make-up ein bisschen älter gemacht, um den Unterschied ein wenig zu kaschieren. Aber es ist wichtig, Ediths Charakter und die bescheidene, großzügige und außergewöhnliche Frau zu ehren, die sie war."

Viel jüngere Frauen zu casten ist aber kein Einzelfall. Es gibt unzählige Filme, in denen die weiblichen Hauptdarsteller um einiges jünger sind als die zu porträtierenden Frauen. Keira Knightley spielte in "Colette" im Alter von 32 Jahren eine 47-Jährige, Marion Cotillard (damals 32) in "La Vie En Rose" die 47-jährige Edith Piaf. Tilda Swinton war in "Love Is The Devil" sogar 22 Jahre jünger als Muriel Belcher, die sie als 60-Jährige darstellte.

Als Angelina Jolie als 29-Jährige in "Alexander" die Mutter von Colin Farrell (33) spielte, war die Verwirrung ebenfalls groß. Umgekehrt war Sally Field 48 Jahre alt, als sie in "Forrst Gump" die Mutter von Tom Hanks spielte, der im echten Leben nur zehn Jahre jünger ist  als sie.

Angelina Jolie und Colin Farrell in "Alexander".
Angelina Jolie und Colin Farrell in "Alexander".(c) imago images / United Archives (via www.imago-images.de)

"Fühlt sich scheiße an"

Ageism, also Altersdiskriminierung, wird seit Jahrzehnten von Hollywood-Schauspielerinnen zum Thema gemacht. Vor allem Frauen Ende 30, Anfang 40 tun sich schwer, interessante Rollen zu finden, sie sind in der Industrie kaum sichtbar. Sie werden früher als ihre männlichen Kollegen den Mutterrollen zugeordnet, das "Objekt der männlichen Begierde" hingegen ist selten älter als 25 Jahre.

Das kann auch die österreichische Schauspielerin Mavie Hörbiger bestätigen. Auf Twitter schrieb sie: "Absage. Begründung ist man hätte sich für eine insgesamt jüngere Kombination aller Figuren entschieden. Aus dem Leben einer Schauspielerin mit 41. FÜHLT SICH SCHEIßE AN."

Doch der Aufschrei rund um Carey Mulligans Besetzung könnte aufzeigen, dass ein Umdenken stattfindet. Zuseher wollen mehr Diversität sind zunehmend auf der Suche nach Personen, die auch Identifikationspotenzial haben. Vielleicht schwappt die Bewegung, die etwa in der Modeindustrie schon länger zu sehen ist, auch auf die Filmindustrie immer mehr über.

>>> BBC News

(chrile)