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Zutrittstests

Wie Firmen, Apotheken und Badezimmer Testzentren werden

CORONA: PK 'ERSTE ZUGANGSTESTS IN OeSTERREICH - AUSBAU DER COVID-19-TESTMOeGLICHKEITEN IN GANZ OeSTERREICH': ANSCHOBER / SCHRAMBOeCK
Minister Anschober und Ministerin Schramböck präsentierten die neue Regelung am Freitag.APA/HELMUT FOHRINGER
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Gesundheitsminister Anschober plant „tägliche Massentests“. Gratis-Antigen- und PCR-Tests sollen dazu en masse verfügbar werden.

Testen, testen, testen – jetzt aber wirklich? Das Motto ist bald ein Jahr alt, aber in Kürze soll nun tatsächlich ein wesentlicher Teil der Bevölkerung laufend getestet werden. Der Testbedarf dürfte ohnehin steigen: Ab Montag ist bekanntlich bei körpernahen Dienstleistungen ein aktueller Testnachweis vorzulegen.

Das sei „ein erster Schritt für die Zutrittstestungen“, stellt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag in den Raum, dass es dabei nicht bleiben werde. Die Zahl der aktuell mehr als 100.000 Tests pro Tag soll „mittelfristig verdoppelt“ werden, erwartet Anschober, der von „täglichen Massentests“ spricht.

Wie funktionieren die Antigentests in Unternehmen?

Dafür sollen etwa Unternehmen zu Testzentren werden. Unternehmen, die Mitarbeiter testen, erhalten ab 15. Februar einen Kostenersatz von zehn Euro pro Antigentest. Das soll ein Anreiz sein, möglichst viel zu testen, so Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP). Diese Tests können aber auch Angehörigen von Mitarbeitern, Geschäftspartnern oder überhaupt dem ganzen Ort angeboten werden.

Schramböck nennt als Beispiel einen regionalen Betrieb, der auf seinem Parkplatz ein Testangebot für eine ganze Gemeinde aufbauen kann. Durchgeführt werden sollen diese Tests von Betriebsärzten oder in Kooperation mit einer Arztpraxis oder Apotheke. Dieses Gesundheitspersonal soll die Antigentests durchführen und dann Testzertifikate ausstellen, die als Zutrittstestung gelten.

Das Angebot gilt für alle Unternehmen mit Sitz in Österreich. Interessierte können sich dafür ab kommendem Montag bei der Wirtschaftskammer registrieren. Abgerechnet wird im Nachhinein quartalsweise, dafür sind Rechnungen über Antigentests und Bestätigungen vom Betriebsarzt oder der beigezogenen Ärzte oder Apotheken notwendig.

Wie sollen Apotheken-Tests Versorgungslücken schließen?

Apotheken sollen überhaupt eine größere Rolle beim Testen spielen. Ab kommender Woche werden in ausgewählten Apotheken Gratis-Antigentests angeboten, das kündigte Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr am Freitag an. Derzeit bieten rund 20 Prozent der Apotheken von Kunden selbst zu bezahlende Schnelltests an. Künftig sollen diese (nach Anmeldung) für die Testperson kostenfrei sein. An der digitalen Infrastruktur wird noch gearbeitet.

Erste Apotheken wollen diese Tests schon ab Montag anbieten, eine Liste dieser Apotheken gibt es ab Montag auf der Website der Apothekerkammer. Vorerst ist eine telefonische Anmeldung notwendig. Bis Ende Februar soll dieses Angebot im Flächenbetrieb in ganz Österreich verfügbar sein. Das Angebot solle vor allem Regionen versorgen, in denen es bisher „weiße Flecken“ bei Testangeboten gebe.

Gurgeltests für daheim: Was plant Wien?

In Wien ist die Test-Infrastruktur gut ausgebaut, aber mit PCR-Gurgeltests für zu Hause, die ebenso als Zutrittstests gelten, kommt eine weitere Testschiene ins Spiel. Die Gurgelsets wurden am Freitag vorgestellt, auch sie sollen laut Stadtrat Peter Hacker (SPÖ) eine Lücke schließen und jene versorgen, die nicht zu den Teststandorten kommen.

Die Funktionsweise ist einfach: Die Boxen mit Gurgellösung, Probenbehälter und Transferröhrchen können in Bipa-Filialen abgeholt werden. Zu Hause registriert sich die Testperson über eine eigene App mit (nebst dem Gesicht fotografiertem) Ausweis und Sozialversicherungsnummer.

Der Gurgeltest wird via App vor der Kamera gemacht. Dann wird die Box in einer Bipa-Filiale abgegeben. Binnen 24 Stunden erhält man per E-Mail das Ergebnis, samt Zertifikat (auf dem auch das Selfie mit Ausweis ist, das soll Missbrauch verhindern), das als Testnachweis gilt. Ein Test kostet derzeit 8,50 Euro, das Projekt ist eine Kooperation mit der Wirtschaftskammer, die beteiligten Firmen verdienen nichts. Bei flächendeckendem Einsatz sollen die Kosten auf fünf Euro sinken. Bezahlt wird das vom Bund, für Testpersonen wird dieser Test kostenfrei sein. Wie die Abgabe organisiert wird, sei im Detail noch zu klären.

Vorerst werden diese Tests Firmen angeboten, ab März soll es eine breite Ausrollung geben. Die PCR-Tests werden per Pooling ausgewertet, so werden mehrere Proben auf einmal getestet. Vom Anbieter, Lead Horizon, heißt es, derzeit seien so 300.000 Labortestungen pro Tag möglich, das werde gerade aufgestockt. Produzieren könne man 1,5 Millionen Sets pro Woche. Hacker spricht davon, dass sich damit ein erheblicher Teil der Wiener laufend selbst testen soll. Die bestehenden Angebote, Teststraßen bis Schnupfenboxen, bleiben aber freilich bestehen.