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6 Filme und Serien, die uns Hoffnung machen

Unterhaltung, die uns mit Erbaulichkeitskitsch einlullt, gibt es zuhauf. Seltener ist solche, die unseren Erwartungshorizont auf positive Art erweitert, ohne die Realität zu verbrämen. Sechs Empfehlungen.

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Tomorrowland

Von Brad Bird, 2015
Zu sehen bei Disney+

Hoffnung wird oft schlechtgeredet. Etwa als billiges Trostpflaster: Ach, hoffentlich wird's beim nächsten Mal was! Oder, noch kompromissloser, als verhängnisvolle Verblendung: So mahnte etwa die italienische Regielegende Mario Monicelli kurz vor seinem Tod, Hoffnung sei „eine Falle, eine Infamie, erfunden von den Herrschenden“. Der Pixar-Regisseur Brad Bird, bekannt für ausgesprochen hoffnungsvolle, dabei nur selten kitschige Animationsfilme wie „Incredibles“ und „Ratatouille“, hätte ihm wohl vehement widersprochen: Hoffnung ist für ihn nicht bloß eine vage Zukunftsvorstellung. Vielmehr schafft sie aus seiner Sicht erst die Möglichkeit eines besseren Morgens, wie Bird im unterschätzten Science-Fiction-Film „Tomorrowland“ ausführte.

George Clooney gibt darin einen verdrossenen Erfinder, der den baldigen Weltuntergang mittels Wahrscheinlichkeitsmessgerät auskalkuliert hat. Dieser sei krisenbedingt absolut unausweichlich. Als die jugendliche Casey (Britt Robertson) seiner Prognose widerspricht, schlägt die Messung nach unten aus: die Kraft des positiven Denkens als Motor des optimistischen Willens. Den es (laut Bird) kollektiv zu stärken gilt, wenn die Menschheit ihre Kardinalprobleme überwinden möchte. (and)

Station Eleven

Von Patrick Somerville, 2021
Zu sehen bei Starzplay via Amazon

Kann eine Geschichte, in der die meisten Menschen durch ein Virus zu Tode kommen, hoffnungsvoll sein? Durchaus, denn die zehnteilige US-Miniserie „Station Eleven“ stellt die Frage, wie sich eine Gesellschaft formt – vielleicht sogar eine bessere als vor der Pandemie. Zeitlich springt die Erzählung zwischen der Zeit vor und nach der Seuche hin und her. Im Davor wird Kinderschauspielerin Kirsten (Matilda Lawler) zufällig von Jeevan (Himesh Patel) gerettet. Im Danach führt die erwachsene Kirsten (Mackenzie Davis) mit einer fahrenden Theatertruppe rund um den Lake Michigan Shakespeare-Stücke auf. Sie trifft einen zwielichtigen Propheten (Daniel Zovatto), der ihr Lieblingsbuch kennt – von dem bloß fünf Exemplare gedruckt wurden. Wie ihre jeweiligen Geschichten zusammenhängen, gibt die stimmungsvolle Serie nur langsam preis. (her).

Shoplifters

Von Hirokazu Koreeda, 2018
Zu sehen bei Amazon

Öfter noch als Ereignissen, die bitteschön eintreten sollen, gilt unsere Hoffnung dem Zusammenhalt von Bestehendem: Hoffentlich fällt dieses oder jenes nicht auseinander, hoffentlich ist der Kitt stark genug – nicht zuletzt im Hinblick auf zwischenmenschliche Beziehungen. Kaum ein Filmemacher versteht sich so gut darauf, selbige in ein hoffnungsfrohes Licht zu setzen, wie der Japaner Hirokazu Koreeda. Selbst wenn seine Figuren in Armut leben, wie im Cannes-Siegerfilm „Shoplifters“ – in dem eine randständige Patchworkfamilie ein wohlstandsverwahrlostes Mädchen bei sich aufnimmt –, geben sie ihr Vertrauen nie auf. Nicht darauf, dass alles gut werden wird (wird es nicht), sondern darauf, dass sie im Notfall aufeinander zählen können. (and)

Die andere Seite der Hoffnung

Von Aki Kaurismäki, 2017
Zu sehen bei Mubi

Angesichts der Menge an hochprozentigem Koskenkorva, den Aki Kaurismäkis schweigsame Filmhelden regelmäßig in sich hineinschütten, könnte man annehmen, dass sie alle Hoffnung längst fahren gelassen haben. Weit gefehlt: Die stilvolle Tristesse von Kaurismäkis Kunstwelt lebt nicht zuletzt von der tiefen Überzeugung des finnischen Kultregisseurs, dass da immer noch irgendwas geht. In seinem bislang letzten Film etwa, dass ein Geflüchteter aus Syrien in Helsinki in einem Tschocherl Arbeit findet, dank eines abgehalfterten Handelsvertreters. (and)

Somebody Somewhere

Von Hannah Bos u. a., 2022
Zu sehen bei Sky

Große Aussichten hat Sam (toll: Bridget Everett) wirklich nicht. Zurück in ihrem Heimatkaff Manhattan, Kansas dümpelt die 40-Jährige nach dem Tod ihrer Schwester in einem Job als Auswerterin von Uni-Bewerbungsessays herum. Bis ein alter Bekannter (Jeff Hiller) sie zu einer geheimen „Chorstunde“ einlädt, bei der sich die Außenseiter und queeren Paradiesvögel der Gemeinde zum fröhlichen Beisammensein (samt Bühnenshow) treffen. Hier findet Sam nicht nur ihre Lebensgeister – und ihre Gesangsstimme – wieder, sondern auch ein starkes Zugehörigkeitsgefühl. Dass diese schöne, unscheinbare Serie nicht im Sentiment versinkt, liegt an ihrem beiläufigen Witz, der tollen Besetzung – und am glaubhaften Alltagsrealismus der Inszenierung. (and)

Das Wunder von Mailand

Von Vittorio De Sica, 1951
Zu sehen bei Amazon

Ist dieser märchenhafte Klassiker über den Kampf von Slumbewohnern gegen ihre Delogierung zu amüsant angesichts seines trostlosen Themas? Wohl kaum: Denn zu wahrer Hoffnung gehört stets auch ein bisschen Humor. (and)

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