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Neue Serien mit Starbesetzung: "Die Schlange von Essex", "Clark" und ein hochkarätiges True-Crime-Drama

Die neuesten Serien strotzen vor Hollywood-Prominenz: Stars wie Tom Hiddleston, Bill Skarsgård und Colin Firth jagen Fabelwesen, rauben Banken aus, schlittern in einen Mordprozess. Fünf Tipps fürs Wochenende.

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Die Schlange von Essex

Mit Tom Hiddleston, Claire Danes
Zu sehen auf Apple TV+

Nebel und Schlamm: Davon gibt's recht viel im hochkarätig besetzten viktorianischen Drama rund um ein mythisches Monster. Es sind großartige, düstere Bilder, die man hier von den Weiten der englischen Küstenlandschaft von Essex zu sehen bekommt. Die frisch verwitwete Cora (Claire Danes, bekannt als bipolare Agentin in „Homeland“) ist aus London dorthin gereist, weil sie Gerüchte über eine gigantische Schlange gehört hat. Die Theorie der Hobby-Wissenschaftlerin: Ein urzeitliches Tier, das bisher nicht entdeckt wurde. Die Bewohner der Gegend glauben dagegen an eine Reinkarnation des Teufels. Der örtliche Vikar (Tom Hiddleston) versucht, gegen den Aberglauben anzugehen. Dabei findet sich die Schlange sogar als kunstvolle Schnitzerei in den Sitzreihen seiner Kirche. Und dann gibt es da noch den eigensinnigen Londoner Chirurgen (Frank Dillane), der von Cora fasziniert ist – und ihr hinterher reist.

Die Serie baut sich sehr langsam auf. In sechs beinahe einstündigen Folgen wird dann ein Fischerdorf zum Zentrum der Fragen rund um Wissenschaft, Fortschritt und Religion – während in London bereits am offenen Herzen operiert wird. Und manche Marx' „Kapital“ gegen die Bibel setzen. (rovi)

The Staircase

Mit Colin Firth und Toni Collette
Zu sehen auf Sky

Hat er's getan? Der Fall des US-Romanautors Michael Peterson, der 2003 schuldig gesprochen wurde, seine Frau ermordet zu haben – ein Urteil, das später revidiert wurde –, beschäftigte schon vor dem True-Crime-Boom viele. Nach einer Doku-Serie von Jean-Xavier de Lestrade (auf Netflix) rollt nun eine fiktionale Serie über mehrere Zeitebenen nicht nur den tödlichen Treppensturz, sondern vor allem das juristische und familiäre Nachspiel (inkl. Doku-Dreh) auf. Stimmungsvoll und exzellent besetzt: Neben Firth und Collette als zentrales Ehepaar ist etwa auch Juliette Binoche dabei. (kanu)

The Pentaverate

Von und mit Mike Myers
Zu sehen auf Netflix

Dass alte weiße Männer in wunderlichen Kutten heimlich das Weltgeschehen lenken, ist eine Idée fixe vieler Verschwörungstheoretiker. Dass dieser Geheimbund das Wohl der Menschheit bezwecken könnte, kommt ihnen seltsamerweise nie in den Sinn. Mike Myers – der kanadische Kultkomiker, der mit „Austin Powers“ berühmt wurde – glaubt indes an das Gute im Reptiloiden. Sein konspiratives „Pentaverate“, in der gleichnamigen Serie dank Kostüm und Make-Up großteils von Myers persönlich verkörpert, will Klimawandel und andere Katastrophen verhindern. An der Seite eines unfreiwilligen Neumitglieds (Keegan-Michael Key) erkunden wir herzhaft alberne Machenschaften. Wem sie gefallen werden, lässt sich leicht überprüfen: Finden Sie es lustig, wenn jemand das Wort „focus“ wie „fuck us“ ausspricht? Wenn nicht: Finger weg. Wenn doch: Viel Vergnügen! (and)

Clark

Mit Bill Skarsgård
Zu sehen auf Netflix

Mit der Inszenierung von Popstars kennt Jonas Åkerlund sich aus. Er arbeitete mit am Image von Metallica und Rammstein, Lady Gaga und Britney Spears. An die 70 Musikvideos drehte der Pionier der MTV-Ästhetik, die in den 90ern für schnelle Schnitte, exponierte Coolness und schrille Effekte stand. Seine neue Serie „Clark“ ist von ähnlicher Machart. Sie handelt von dem Bankräuber Clark Olofsson (witzig: Bill Skarsgård), der in den 1970er-Jahren zum Promi-Gangster aufstieg. Die Strafjustiz im liberalen Schweden zeigte sich überfordert vom unbelehrbaren Verbrecher, der die Idee der Resozialisierung durch seine vielen Gefängnisausbrüche und Rückfälle in die Kriminalität ad absurdum führte.

Bei einer live übertragenen Geiselnahme erklärten sich seine Opfer solidarisch mit ihm – und sprachen der Polizei ihr Misstrauen aus. Psychologen tauften das Phänomen „Stockholm-Syndrom“. Den Irrwitz, dass Militante in ihm einen neuen Che Guevara erblickten und Hippies einen edlen Wilden, bringt Åkerlund perfekt auf den Punkt: Er stellt Clark als narzisstischen Macho bloß, der nur dann menschlich wirkt, wenn man ihm die tragische Bindungsangst und den krankhaften Ehrgeiz eines Popstars anmerkt. (mt)

Outer Range

Mit Josh Brolin
Zu sehen auf Amazon

Auf der Ranch der Abbotts geht es nicht mit rechten Dingen zu, seit der wortkarge Rancher (Josh Brolin) ein ominöses, bodenloses Loch in der Weide entdeckt hat. Erst wirft er einen Stein hinein. Später eine Leiche. Abbott und sein Clan haben Geheimnisse. Aber nicht nur sie. Immer wieder verschwinden in dieser rauen Gegend Leute. Hier regiert das Testosteron. Beim Rodeo. Vor dem Pub: Erst wird gesoffen, dann geprügelt. Inszeniert ist „Outer Range“ in Bildern wie für die große Leinwand – in der Weite und Trostlosigkeit Wyomings und mit genialen Songs von den Rolling Stones bis Leonard Cohen. Ungewöhnlicher, gelungener Genremix aus Western und Mystery. (i. w.)

 

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