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Ruhr.2010 plant Abschlussfeier in Duisburg

Ruhr2010 plant Abschlussfeier Duisburg
(c) REUTERS (WOLFGANG RATTAY)

Trotz der Loveparade-Tragödie soll die Abschlussfeier für das Jahr als Kulturhauptstadt in Duisburg stattfinden. "Es wäre schlecht, sich jetzt davonzumachen", meint Ruhr.2010-Chef Pleitgen.

Eine große Abschlussfeier für das Jahr als Kulturhauptstadt von Ruhr.2010 soll in Duisburg stattfinden - obwohl dort bei der Loveparade im Juli 21 Menschen bei einer Massenpanik starben. Duisburg soll einer von vier Festorten sein.

"Wir wollen den Schatten der Loveparade nicht abwerfen, wir müssen damit leben", sagte Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. "Genau deshalb wollen wir Duisburg dabei haben."

Loveparade offizieller Bestandteil von Ruhr.2010

Die Duisburger Loveparade war 2010 offizieller Bestandteil des Kulturhauptstadtprogramms, wurde aber unabhängig von der Ruhr.2010 vom privaten Veranstalter Lopavent organisiert. Gefeiert werden soll der Abschluss der Kulturhauptstadt außerdem in Essen, Gelsenkirchen und Dortmund.

Eine Absage würde den bisherigen Erfolgen der Kulturhauptstadt nicht gerecht, sagte Pleitgen. "Es wäre schlecht, sich jetzt leise davonzumachen." Bis Ende Juli sei alles "wie ein Spaziergang durch ein Blumenfeld" verlaufen. Auch nach der Tragödie bleibe aber die Pflicht, die Kulturhauptstadt für das Ruhrgebiet zum Erfolg zu machen.

"Duisburg ist nicht Ramstein oder Eschede"

Pleitgen zeigte sich überzeugt davon, dass das Image der Region unter den bestürzenden Bildern von Duisburg auf Dauer nicht leiden werde. "Die Leute können trennen. Duisburg ist nicht Ramstein oder Eschede."

Bei einer Flugzeugkatastrophe während einer militärischen Flugschau 1988 starben in Ramstein 70 Menschen, es gab circa 1000 Verletzte. In Eschede entgleiste 1998 ein ICE-Hochgeschwindigkeitszug. Das Unglück forderte 101 Menschenleben.

Duisburg selbst werde sich im öffentlichen Ansehen erholen, prognostizierte der Ruhr.2010-Chef. "Duisburg wird doch viel mehr mit dem Hafen und Handel, mit Mercator und Kultur verbunden."

Duisburger Stadtspitze habe "nicht nötiges Format"

Der Duisburger Stadtspitze stellte Pleitgen allerdings ein schlechtes Zeugnis aus. "Ich habe bei der Stadtspitze das nötige Format nicht gesehen", sagte er. Unverständlich sei es auch, dass der Rat der Stadt angesichts einer derartigen Katastrophe erst sechs Wochen später zusammengetreten ist.

Das bisherige Programm der Kulturhauptstadt ist nach Pleitgens Wahrnehmung von der Bevölkerung breit mitgetragen worden. Überall hätten Städte und Kultureinrichtungen zusammengearbeitet, Museen oder Musikinstitutionen seien enger zusammengerückt. Diese Erfolge würden durch die Loveparade-Katastrophe keineswegs hinfällig, sagte der Ruhr.2010-Chef.

 

(APA/Red.)