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Corona-Impfstoffe

Sputnik V kann in Ungarn verimpft werden

Der russische Impfstoff wird hier ins Palästinensergebiet geliefert.
Der russische Impfstoff wird hier ins Palästinensergebiet geliefert.APA/AFP/ABBAS MOMANI
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Neuigkeiten zum russischen Impfstoff: Bundeskanzler Kurz will Sputnik in Österreich produzieren lassen. Und Ungarn gibt Grünes Licht für den Impfstoff, den die EMA noch nicht zugelassen hat.

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V kann in Ungarn verimpft werden. Das Zentrum für Nationale Volksgesundheit hat die Genehmigung erteilt, teilte der ungarische Gesundheitsminister Miklos Kasler mit. Damit nutzt das EU-Land Ungarn nun auch einen Impfstoff, den die Europäische Arzneimittelbehörde EMA noch nicht zugelasen hat.

Der Minister erklärte weiter, dass im Kampf gegen Corona vier Impfstoffe in Ungarn zur Verfügung stünden: Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Sputnik V. Der rechtsnationale Premier Viktor Orban hatte bereits am Freitag angekündigt, dass in der kommenden Woche mit der Verabreichung des russischen Impfstoffes begonnen werden könnte. Ungarn hat insgesamt zwei Millionen Dosen von Sputnik V bestellt, die innerhalb von drei Monaten eintreffen sollen.

Kurz will Sputnik in Österreich produzieren lassen

Auch hierzulande macht man sich Gedanken - bzw. schmiedet Pläne. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will den russischen und chinesischen Corona-Impfstoff in Österreich produzieren lassen. Nach einer Zulassung der beiden Vakzine "würde Österreich ganz bestimmt versuchen, Produktionskapazitäten bei geeigneten einheimischen Unternehmen für russische oder chinesische Impfstoffe zur Verfügung zu stellen", sagte Kurz der "Welt am Sonntag". "Genauso wie für Hersteller anderer Länder", fügte er hinzu. "Es geht doch darum, schnell möglichst viel sicheren Impfstoff zu bekommen - egal, von wem er entwickelt worden ist", betonte Kurz.

"Ja, wenn die Impfstoffe in Europa zugelassen sind", beantwortete Kurz im "WamS"-Interview die Frage, ob er selbst sich mit Sputnik V oder einem chinesischen Präparat impfen ließe. "Es geht bei den Impfstoffen einzig um Wirksamkeit, Sicherheit und um schnelle Verfügbarkeit, nicht um geopolitische Kämpfe", bekräftigte er.

Kurz kritisiert EMA als "bürokratisch und langsam"

Für die "derzeit suboptimale Versorgung" der EU-Bürger mit Impfstoffen machte der Kanzler vor allem Lieferschwierigkeiten sowie die "Zulassungsgeschwindigkeit" verantwortlich. Er halte es "für problematisch, wie bürokratisch und langsam die Europäische Arzneimittelagentur bei der Zulassung der Impfstoffe arbeitet".

Der Kanzler verteidigte im Interview mit der deutschen Zeitung die Öffnungsschritte ab Montag, gab sich aber auch "sicher, dass die kommenden Monate noch extrem heftig werden". Von seiner noch Mitte Jänner bekräftigten Prognose einer Normalisierung im Sommer schien er etwas abzurücken. "Ich gehe davon aus, dass die Situation im Sommer aufgrund der Impfungen deutlich besser sein wird und wir in weiten Bereichen zur Normalität zurückkehren können", formulierte er.

(APA)