Trotz zahlreicher Unsicherheiten sollte es der Wirtschaft ab dem Sommer wieder besser gehen.
Frankfurt. Die wirtschaftliche Erholung der Eurozone wird in der zweiten Jahreshälfte an Fahrt aufnehmen. Damit sei zu rechnen, auch wenn es weiterhin Unsicherheiten gebe, sagt Christine Lagarde, die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) gegenüber der französischen Zeitung „Le Journal du Dimanche“. Sie fügte jedoch auch hinzu: „Um ganz klar zu sein: die Wirtschaft wird nicht vor Mitte 2022 auf das Niveau von vor der Pandemie zurückkehren.“
Druck auf EU-Staaten
Damit die Folgen der Coronapandemie abgefedert werden könnten, sei es wichtig, dass der Wiederaufbaufonds der EU rasch ratifiziert werde, sagt Lagarde. Die EU-Länder hatten sich im Vorjahr auf ein Hilfsprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro verständigt. Noch haben aber nicht alle EU-Staaten ihre Pläne eingereicht, wie die Gelder genutzt werden sollen. Sie können Zuschüsse oder Kredite beantragen.
Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann bleibt zuversichtlich, dass die Wirtschaft im Lauf des Jahres aus dem konjunkturellen Tal kommt – zumindest in Deutschland, der immerhin größten Volkswirtschaft Europas. „Wenn es gelingt, die Pandemie im Verlauf des Jahres zunehmend in den Griff zu bekommen, und die Eindämmungsmaßnahmen gelockert werden können, wird sich die Erholung der deutschen Wirtschaft fortsetzen“, so Weidmann zur „Augsburger Allgemeinen“.
Die Ökonomen der Bundesbank erwarten für 2020 ein Wachstum von drei Prozent und damit etwas weniger als in der Juniprognose. In Deutschland wird am Mittwoch darüber beraten, wie es mit dem bis 14. Februar geltenden Lockdown weitergehen soll. (ag.)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2021)