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Morgenglosse

„Mir san mir“ hat schon in Südtirol nicht funktioniert

In Südtirol war trotz hoher Zahlen bis vor kurzem noch vieles offen, die Skipisten durften allerdings nicht öffnen.
In Südtirol war trotz hoher Zahlen bis vor kurzem noch vieles offen, die Skipisten durften allerdings nicht öffnen.APA/AFP/MARCO BERTORELLO
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Südtirol ignorierte Anfang Jänner das italienische Ampelsystem und ist heute eine der europäischen Regionen mit den höchsten Corona-Fallzahlen.

„Sperrt's uns doch ein!“, richtet eine aufgebrachte Hotel-Besitzerin auf Facebook der Regierung aus. Denn dann könne man zumindest endlich wieder alles aufsperren, auf „unserer Arche Noah“ Tirol. Nach Ischgl müsse ihr armes Land jetzt auch noch die zweite Backe hinhalten. Die Unternehmerin lässt in einem viral gegangenen Video tief in die Tiroler Seele blicken. Genauso wie der Tiroler Wirtschaftskammer-Chef bei einem denkwürdigen ORF-Auftritt am Sonntag.

Kurz die Fakten: Ischgl liegt in Tirol. Die südafrikanische Mutante verbreitet sich in Tirol. Damit die Verbreitung gebremst wird, müssen nun Maßnahmen getroffen werden. Und das in Tirol.

Nicht weniger angespannt ist die Lage dieser Tage südlich des Brenners. Während der Rest Italiens öffnet, ist Südtirol seit Montag wieder im harten Lockdown. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mittlerweile eine der höchsten in Europa, so hoch, dass die europäische Observationsstelle das Land als dunkelrot einstuft.

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Italien erklärte Südtirol bereits Anfang Jänner zur „roten Zone“, doch die autonome Provinz ignorierte das nationale Ampelsystem und öffnete gegen die Empfehlungen Handel und Gastronomie. Begründung: Man interpretiere die Zahlen eben anderes als die Regierung. Mit den Interpretation der Regeln nahm es so mancher dann auch nicht ganz genau: In einem Lokal in Gröden löste die Polizei erst vor kurzem eine Party mit rund 200 Gästen auf. Mediziner warnen mittlerweile, dass es gerade noch genügend Kapazitäten im Gesundheitssystem gebe und kritisieren politische Zahlenspiele bei den Intensivbetten.

Die Tageszeitung „Dolomiten“ schrieb in bekannter Südtiroler Diktion von einem „Kniefall vor Rom“, als die Landesregierung einlenken musste. Wie wäre es stattdessen damit? Mir san mir, Tirol isch lei oans, aber Covid-19 beeindruckt das alles offensichtlich nicht. „Es isch Zeit“ (und zwar allerhöchste), das zu akzeptieren.

Leitartikel von Oliver Pink

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