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Nordsyrien

Die Terrortribunale der IS-Jihadisten

Im Lager al-Hol in Nordsyrien werden Angehörige von IS-Kämpfern festgehalten. Hier leben Zehntausende Frauen und Kinder.
Im Lager al-Hol in Nordsyrien werden Angehörige von IS-Kämpfern festgehalten. Hier leben Zehntausende Frauen und Kinder.APA/AFP/DELIL SOULEIMAN
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Untergrundzellen des Islamischen Staates machen Jagd auf Abtrünnige. Der lange Arm des IS reicht bis ins Lager al-Hol, in dem IS-Angehörige leben. 20 Menschen wurden ermordet.

Der Vorwurf lautete „Verrat“ und „Kollaboration“ mit dem Feind. Dafür wurde der irakische Stammesälteste von einem Untergrundgericht des sogenannten Islamischen Staates IS zum Tod verurteilt. Die Schergen der Jihadisten nahmen daraufhin ihr Opfer gefangen und enthaupteten es öffentlich – mitten im Lager al-Hol, in dem Zehntausende ehemalige IS-Anhänger und ihre Familien festgehalten werden.

Das Attentat auf den irakischen Stammesältesten war nur einer von 20 Morden, die in dem Camp im vergangenen Monat verübt worden sind. Das hat nun das Rojava Information Center (RIC) der von kurdischen Kräften kontrollierten Selbstverwaltung in Nordsyrien bekannt gegeben. Ein Teil der Morde könne wohl auf interne Streitigkeiten zurückgeführt werden, der Rest gehe auf das Konto von IS-Untergrundzellen im Lager. „Die meisten dieser Exekutionen finden in der Nacht statt, in den Zelten oder Unterkünften der Opfer“, berichtet das RIC. Angeordnet werden die Morde laut Quellen des RIC offenbar von eigenen Tribunalen und Räten, die IS-Mitglieder gebildet haben.

Die Verbrechen sind ein schreckliches Zeichen dafür, dass sich die Jihadisten auch nach der Niederlage ihres „Kalifats“ nicht geschlagen geben wollen. Sogar in Gefangenschaft versuchen fanatische IS-Funktionäre, ihre einstigen Anhänger und Untertanen mit Terror bei der Stange zu halten.