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Coronavirus

Aufstand am Wiener AKH gegen AstraZeneca-Imfpstoff

Pflegekräfte am Wiener AKH wehren sich gegen den AstraZeneca-Impfstoff.Die Presse/Bruckberger
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Bereits über 500 Pflegemitarbeiter unterzeichneten eine Online-Petition, die sich gegen den angepassten Impfplan richtet. Auch Teile der Ärzteschaft rebellieren.

"Dicke Luft" herrscht am Wiener AKH, wo Ärzte und vor allem Pflegekräfte gegen die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin mobilisieren. In einer an die Klinikleitung gerichteten Online-Petition, die am Donnerstagvormittag bereits über 500 Pflegemitarbeiter unterschrieben hatten, wird dagegen protestiert, dass am AKH derzeit ausschließlich dieser Impfstoff und nicht mehr das ursprünglich vorgesehene Produkt von Biontech/Pfizer verimpft wird. Auch Teile der Ärzteschaft rebellieren.

Die Klinikleitung hat daher für heute, 12.00 Uhr, eine Info-Veranstaltung mit namhaften Experten anberaumt, die die Bedenken gegen AstraZeneca zerstreuen sollen, wurde eine Meldung der Tageszeitung "Heute" bestätigt. Der Impfplan war angepasst worden, nachdem es bei Biontech/Pfizer zu Lieferengpässen gekommen war.

"Erst im Mai geschützt"

In der Petition der Pflege wird gegen das britisch-schwedische Vakzin ins Treffen geführt, es habe "im Idealfall eine Wirkung von 58 bis 82 Prozent" gegen leichte Verläufe und sei damit deutlich weniger effektiv als jene von Biontech/Pfizer oder Moderna, die hierzulande schon länger im Kampf gegen das Coronavirus verimpft werden. Das "nächste Übel" sei "die lange Dauer bis zur Wirksamkeit", denn bei AstraZeneca trete diese erst zwölf Wochen nach der Impfung ein, bei den anderen beiden Impfstoffen schon nach drei.

"Personal, das erst jetzt die Möglichkeit einer Impfung bekommt, wäre erst Mitte Mai geschützt - ein unerträglich langer Zeitraum, wenn man die Arbeit am Patienten und die entstandenen Mutanten berücksichtigt", heißt es in der Petition, in der eine Abkehr vom aktuellen Impfplan gefordert wird. Die Mitarbeiter müssten "die hoch wirksamen Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna" bekommen, um best möglichst geschützt zu sein.

Betriebsrat fordert Lösung und Teststrategie

In einem Rundschreiben fordert der Vorsitzende der AKH-Personalvertretung, Wolfgang Hofer, vom Management eine Lösung in der Impfstoff-Diskussion sowie eine klare Teststrategie. Es sei "untragbar, dass es Kolleginnen und Kollegen mit engem PatientInnenkontakt gibt, die noch immer nicht geimpft sind".

 

(APA)