Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Vom Warten als Folterqual und Lebensinhalt

Dossier Ein Bis-es-so-weit-Ist bestimmt dieser Tage unser aller Leben. Grund genug, sich des Wartens thematisch aus verschiedenen Blickwinkeln anzunehmen. Es gibt ja schließlich gerade wenig Besseres zu tun.

Text: Daniel Kalt, Thomas Kramar, Martin Amanshauser, Florian Asamer und Annemarie.

Die übergeordnete Frage könnte hier in etwa lauten: „Warten wir noch, oder tut sich schon was?“ Wer mit der französischen Sprache vertraut ist, dem kommt an dieser Stelle vielleicht das Gerundium „en attendant“ in den Sinn. Das heißt im Grunde einfach „wartend“, wird aber häufig als einleitende Phrase gebraucht – und lässt für den folgenden Satz ziemlich viel offen.

Genau ein solches „bis es soweit ist“, ein „in der Zwischenzeit“,  bestimmt dieser Tage (Wochen? Monate??) denn auch unser aller Dahinleben, was wieder nahelegt, sich des Wartens thematisch aus verschiedenen Blickwinkeln anzunehmen. Es gibt ja schließlich gerade wenig Besseres zu tun.

Für viele Kulturschaffende ist die Situation seit Monaten besonders schwierig. Dies keineswegs ausblendend, erzählen Künstlerin Jakob Lena Knebl, Theatermacher Martin Gruber, Regisseurin Marie Kreutzer und Museumsdirektorin Bettina Leidl, wie sich das Warten auf kreative und konzeptuelle Prozesse auswirkt. Manches kann nachreifen, andererseits droht da und dort auch der Schwung verloren zu gehen.

Das Warten – auf jemanden, etwas oder das Nichts? - als Thema in Kulturprodukten ist ebenfalls sozusagen ein Dauerbrenner und verdient genauere Betrachtung – ebenso wie das Genre des künstlerisch gestalteten Unterstands ein umfassendes ist. Das Innehalten soll hier durch kühn geschwungene Formen wohl leichter erträglich gemacht werden.

Ganz anders verhält es sich auf Reisen: Im Niemandsland der Wartezone, einem „Wartezimmer zur Hölle“, will eigentlich niemand gar zu lang verweilen. Und vielleicht reicht es ja auch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser schon schön langsam. Ihre Geduld nicht länger strapazierend, wünschen wir eine angenehme Lektüre mit Aha-Momenten.