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So haben passionierte Skifahrer die Berge eigentlich am liebsten: leer an Gästen und voller Powder. Kann man haben derzeit in Aspen/USA.
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USA-Skiwinter 2021

Gipfel-Tacos zwischen Kalifornien und Vermont

Auf welchen zum Teil originellen Maßnahmen die Bergbahnbetreiber und Gastronomen im amerikanischen Coronawinter setzen.

Dass Österreich und die USA unterschiedliche Konzepte bei der Bekämpfung des Coronavirus verfolgen, ist bekannt. Da ist diese Skisaison – sofern man sie so nennen kann – keine Ausnahme. Während auf heimischen Pisten derzeit nur Wintersport in Reinkultur (ohne Hotellerie und Gastronomie) möglich ist, sind in den Skigebieten zwischen der Cascade Range und den Rocky Mountains im Westen und den Appalachen im Osten je nach Bundesstaaten-Zugehörigkeit verschiedene Regeln in Kraft. Die Skiresorts müssen den jeweiligen Vorschriften folgen, haben aber trotzdem gemeinsame Konzepte für einen sicheren Skiwinter, in dem nicht auf alle angenehmen Begleiterscheinungen verzichtet werden muss.

Bundesstaatliche Lösungen

Erste Maßnahmen begann die National Ski Areas Association (NSAA), in der 320 der insgesamt 470 Skigebiete der USA vertreten sind, im März 2020 nach dem ersten Shutdown zu entwickeln. Dabei wurde eine Prämisse festgelegt, die für Europäer selbstverständlicher klingt als in den USA: „Wir vertreten Mitglieder sehr unterschiedlicher Staaten, manche demokratisch, manche republikanisch. Aber wir haben von Anfang an klar gemacht, dass wir uns ausschließlich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren“, betont Adrienne Saia Isaac, Marketing- und Kommunikationsdirektorin der NSAA, schon am Beginn des Gesprächs mit der „Presse“.
Entsprechend wurde früh ein gemeinsames Maßnahmenpaket verabschiedet, das den Richtlinien der WHO und der US-Gesundheitsbehörde CDC folgt und Auflagen wie Abstandsregeln, Maskenpflicht, regelmäßige Tests für alle Mitarbeiter und neue Hygienekonzepte beinhaltete. „Hilfreich war dabei, dass die Betreiber der großen Gebiete unserem Verband angehören und die Beschlüsse wirklich konsequent in ihren Regionen durchgesetzt haben“, meint Isaac.
So habe etwa Tom Chasse, CEO des Schweitzer Resort im traditionell tief republikanischen Idaho, in wöchentlichen Aussendungen an seine Gäste deutliche Worte gefunden, was gerade im Skigebiet möglich sein würde – und was nicht. Eine Offenheit, die die örtlichen Skifahrer sofort geschätzt und respektiert hätten. Man zeigt Zusammenhalt – auch wegen der erheblichen Verluste, die die Branche bereits im Frühjahr verkraften musste: Mehr als zwei Milliarden US-Dollar (ca. 1,64 Mrd. Euro) sind der Branche durch vorzeitige Schließungen im Frühjahr und Teilausfall im Sommer (Großevents in den Bergen wurden abgesagt) verloren gegangen. Anders als in Österreich gab es in den USA keine Umsatzentschädigungen, sondern nur Unterstützungen für Lohnfortzahlungen.