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Unterwegs

In trauter Einsamkeit

Den Valentinstag müssen die Briten heuer erstmals in den eigenen vier Wänden verbringen.

Erstmals müssen die Briten heute den Valentinstag in Isolation, im Lockdown, begehen. „Wer nun kein Date hat, findet keines mehr“, wie Rilke nicht schrieb. Denn hoffnungsfrohe, erwartungsvolle und vielleicht sogar romantische Begegnungen unter Fremden sind dieses Mal virenbedingt ausgeschlossen. Nicht nur ist die Gastronomie geschlossen. Auch zu sich nach Hause darf man niemanden einladen. Nicht einmal auf den sprichwörtlichen Kaffee.

Abhilfe in der Tristesse versprechen Nobellokale ebenso wie Supermarktketten mit der Lieferung spezieller Diners. Wer einen Haushalt teilt, kann sich Menüs für zwei von Haubenköchen liefern lassen. Das nordenglische Northcote (Grafschaft Lancashire) bietet eine Gourmetbox um 105 Pfund an. Das ist wohlfeil, im Restaurant würde man für ein vergleichbares Menü nämlich 85 Pfund pro Person bezahlen. „Wir wollen den Menschen wirklich etwas bieten“, sagt Küchenchefin Lisa Goodwin-Allen, die immerhin einen „Michelin“-Stern trägt.

Dazu gehört nicht nur feinstes Essen, sondern auch gutes Gewissen. Die Speisen kommen in wiederverwertbaren Containern und sind in Schafwolle verpackt. Was bleibt, ist kompostierbar. Wer es unternehmungslustiger anlegen will, kann sich bei Honest Burger ein DIY-Set zur Zusammenstellung des besten Burgers bestellen. Ab 16 Pfund kommen die Bestandteile frei Haus, Ikea-erprobte Kunden erzielen erfahrungsgemäß die besten Ergebnisse.

Wer aber allein ist, dem bleibt nur der Videocall. Oder Rilke, der einst schon wusste: „Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben.“ ⫻

aussenpolitik@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2021)