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Covid-Pandemie

Ab März: Gratis-Selbsttests aus der Apotheke für alle

In den Schulen werden nach den Ferien flächendeckend in ganz Österreich die Nasenvorraum-Tests angewendet.
In den Schulen werden nach den Ferien flächendeckend in ganz Österreich die Nasenvorraum-Tests angewendet.APA/GEORG HOCHMUTH
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Angesichts der sich ausbreitenden Mutanten setzt Österreich auf Tests für daheim. Öffnungen sind heute, Montag, eher nicht zu erwarten.

Seit unter anderem beim Friseur ein aktueller Covidtest nachgewiesen werden muss, wird in Österreich getestet wie nie zuvor: In sieben Tagen (bis Sonntag) wurden 1.522.739 Antigen- und PCR-Tests in Österreich durchgeführt, dazu kommen die Tests an den Schulen. Die Regierung will diese Strategie der permanenten Massentests noch weiter ausweiten.

Mit dieser Woche starten die geförderten Antigentests in Betrieben (auch für Betriebsfremde). Und in den Schulen werden nach den Ferien erstmals flächendeckend in ganz Österreich die Nasenvorraum-Tests angewendet, damit sollen pro Woche rund 2,2 Millionen Tests in Schulen durchgeführt werden. Mit März kommt eine weitere Schiene dazu: Gratis-Antigentests für daheim. Die Regierung will so eine Zahl von 3,5 Millionen Tests pro Woche erreichen.

Gratis-Selbsttests

Ab 1. März will der Bund der Bevölkerung kostenfreie Selbsttests für zu Hause gratis zur Verfügung stellen. Bis Anfang März sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass Gratistests in der Apotheke bezogen werden können. Wie das im Detail funktionieren soll und welche Tests abgegeben werden sollen, ist noch nicht bekannt.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will damit den Zugang zu Gratistests weiter erleichtern und bewirbt eine „regelmäßige Eigenkontrolle“.

Aber auch das Testangebot für die notwendigen Eintrittstests wird laufend ausgebaut. Mittlerweile stehen 490 Teststraßen in ganz Österreich zur Verfügung. Ergänzt wird das Netz durch Apotheken und ab heute, Montag, Tests in Betrieben: Mit Stand Sonntag beteiligen sich 787 Apotheken und 730 Betriebe an der Gratis-Testaktion.

Anschober sprach am Sonntag von Testungen als „aktuell wichtigstem Wellenbrecher“. Das System der Zutrittstests, die seit einer Woche erforderlich sind, würde gut funktionieren.

Öffnungen

Mit weiteren Öffnungen ist dennoch nicht zu rechnen. Heute, Montag, tritt die Bundesregierung zwar ein weiteres Mal mit Expertinnen und Experten zusammen, um über Öffnungsschritte zu beraten, die von vielen ersehnt werden – aber nicht zu erwarten sein dürften. Nach Gesprächen mit den Oppositionsparteien soll mit den Landeshauptleuten die weitere Vorgehensweise entschieden werden.

Aufgrund der Ausbreitung von infektiöseren Varianten und einer Sieben-Tages-Inzidenz von rund 100 Fällen erwartet sich die Regierung derzeit keine weiteren Öffnungsschritte. Das Infektionsgeschehen in den vergangenen Tagen verlaufe stabil, hieß es am Sonntag dazu von der Regierung. Die Öffnungsschritte vom 8. Februar zeigten bisher keinen negativen Trend in der Entwicklung der Neuinfektionen. Allerdings sei es zu früh, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Offen bleibt, ob es eine Perspektive geben wird für jene Branchen, die derzeit geschlossen sind, also vor allem Gastronomie und Hotellerie.

Gastronomie und Hotellerie haben im Wesentlichen seit Anfang November geschlossen. Außerdem ruht die Kulturszene mit Ausnahme von Museen und Bibliotheken seit Monaten, gleiches gilt für Freizeiteinrichtungen (mit Ausnahme von Zoos). Bäder sind genauso zu wie Sportstudios, und Veranstaltungen sind verboten. Hier hoffen viele Branchen auf neue Perspektiven – ob es die heute geben kann, soll von den Beratungen mit Experten abhängen. Dass sich hier mit Anfang März etwas wesentlich ändert, ist dem Vernehmen nach unwahrscheinlich. Der Austausch zwischen Regierung und Experten ist für 10.30 Uhr angesetzt, eine Stunde später kommen die Vertreter der Parlamentsparteien dazu. Um 13 Uhr will sich die Regierung mit den Landeshauptleuten absprechen.

Entwicklung aktuell

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Sonntag, wie immer am Wochenende, geringer als in den Tagen zuvor ausgefallen: Gesundheits- und Innenministerium meldeten 1184 neue Fälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen in diesem Zeitraum pro 100.000 Einwohner, lag am Sonntag bei 108,4. Am Vortag hatte sie noch 109,9 betragen. Die 14-Tage-Inzidenz lag bei 214,5.

Die Lage sei stabil, ab kommender Woche werde sich aber die Auswirkung des vergangenen Montag gelockerten Lockdowns schrittweise verringern, während gleichzeitig die wachsende Zahl an Mutationen Folgen zeigen werde, erwartet Anschober: „Ab kommender Woche müssen wir davon ausgehen, dass diese Folgewirkung schrittweise abnimmt und der stark steigende Anteil der Mutationen mit höherem Ansteckungsrisiko dazu führt, dass die Infektionszahlen in den kommenden Wochen schrittweise ansteigen werden.“ Darauf weise auch die nun steigende Reproduktionszahl hin, die am Sonntag bei 1,02 lag.

Dem versuche man mit einer „einzigartigen Testdichte“ entgegenzuwirken, so Anschober. Zur Impfkampagne sagte Anschober, dass am Ende der Woche 150.000 Personen eine Gesamtimmunisierung, also beide Teilimpfungen, erhalten haben würden. In Summe seien bereits 400.000 Impfungen durchgeführt worden.

Kostenfreie Tests

Ab 1. März will der Bund Selbsttests für zu Hause zur Verfügung stellen. Bis März sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass Gratistests in der Apotheke bezogen werden können. Mit den Eintrittstests, den Schul- und den betrieblichen Tests bilden sie ein breites Netz an für Testpersonen kostenfreien Testungen. Die Regierung erwartet damit bis zu 3,5 Millionen Tests pro Woche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2021)