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SPÖ Wien-Klubtagung

Wien: Schulungszentrum für Pflegeberufe kommt

PRAeSENDATION DES DIGITALEN KH NORD: HACKER/HANKE
Wiens Finanzstadtrat Peter Hanke (li) und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker präsentierten bei der SPÖ-Klausur neue Projekte.HERBERT PFARRHOFER / APA / pictu
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Die Zahl der Ausbildungsplätze im Sozial- und Gesundheitsbereich in Wien wird massiv aufgestockt. Dafür wird ein eigenes Ausbildungszentrum errichtet – so soll der Fachkräftemangel in diesem Bereich bekämpft werden.

Es war eine Premiere. Erstmals fand die traditionelle Klubtagung der Wiener SPÖ nicht im Burgenland oder in Wien statt, sondern (coronabedingt) im Internet. Und erstmals war es keine zweitägige Tagung, sondern eine auf vier Termine verteilte Tagung. Wobei der erste Termin mit der traditionellen Präsentation von Projekten für Wien am Mittwoch stattfand (der zweite Termin ist im März, die anderen stehen noch nicht fest).

„Wir haben heute ein Experiment gewagt“, meinte SPÖ-Klubchef Josef Taucher über das neue Format, bevor Gesundheitsstadtrat Peter Hacker das Highlight der Tagung präsentierte: Für die Ausbildung von diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern sollen bis zum Studienjahr 2024/25 insgesamt 810 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Bei den gehobenen medizinisch-technischen Diensten und Hebammen werden die 1275 Studienplätze bis zum Jahr 2026 auf 2055 Plätze aufgestockt. Um diese zusätzlichen Ausbildungen auch räumlich durchführen zu können, wird am Standort der Fachhochschule in Wien-Favoriten ein neues Schulungszentrum errichtet.

Mangel an Fachkräften

„Wir werden alle älter, die Babyboomer-Generation geht langsam in Pension, weshalb es in allen Branchen einen Fachkräftemangel gibt“, begründete Hacker diese Entscheidung. Aber der Fachkräftemangel betreffe den Pflege- und Sozialbereich besonders stark. Bis 2030 werden alleine im ambulanten Bereich mehr als 9000 zusätzliche Mitarbeiter benötigt (insgesamt arbeiten in Wien mehr als 60.000 Menschen in diesem Bereich). Deshalb will Hacker mit dem neuen Projekt dem rechtzeitig entgegen steuern. Die Gesamtkosten des Projektes werden derzeit auf mehr als 700 Millionen Euro geschätzt.

Unabhängig davon sollen möglichst viele Arbeitssuchende bzw. jene, die sich beruflich verändern wollen, dazu motiviert werden generell in einen Fachkräftebereich zu wechseln. Der Waff (Wiener ArbeitnehmerInnenförderungs Fonds) unterstützt deshalb aktuell 992 Unternehmen, die Fachkräfte suchen oder in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter investieren wollen. Dazu kommt, dass der Waff erstmals auch Ein-Personen-Unternehmen (EPU) bei ihrer Aus- und Weiterbildung fördert. Konkret mit bis zu 2000 Euro und 80 Prozent der Kurskosten. Gefördert werden Weiterbildungen im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich sowie Sprachkurse und Qualifizierungen zum Erwerb bzw. zur Verbesserung der digitalen Kompetenz. „Der Waff war noch nie so gut dotiert wie heute“, wurde am Montag erklärt (87 Millionen Euro stehen nun zur Verfügung).

Ausbildungsgeld für Arbeitssuchende

Betont wurde am Mittwoch die Einführung des (am Dienstag präsentierten) Ausbildungsgeldes. Arbeitssuchende werden in Form eines Stipendienmodells unterstützt, wenn sie an Qualifizierungsprogrammen im Gesundheits- und Pflegebereich teilnehmen. So soll dieser Bereich attraktiver werden.

Nebenbei wurden bereits bekannte Vorhaben bestätigt: 150 Millionen Euro fließen bis 2030 in die Wiener Sportstätten. So entsteht am Standort des Ferry-Dusika-Stadions bis 2023 eine multifunktionale Sport-Arena mit den Schwerpunkten Ballsport, Turnen und Leichtathletik. Und in die Sanierung der Wiener Spitäler fließen bis 2040 rund fünf Milliarden Euro.

Schanigärten im Freien

Ein wichtiges Thema am Rande der Präsentation war die Frage: „Wann sperrt die Gastronomie in Wien wieder auf?“ „Wir haben derzeit eine unklare Situation mit der B.1.1.7-Mutation“, erklärte Hacker. Wenn 50 Prozent der neuen Corona-Fälle auf das Konto der Mutation gehen, müsse man sich die Auswirkungen genau ansehen: „Wir brauchen noch zehn Tage, um die Folgen der Mutation abschätzen zu können“, erklärte Hacker. Bei passenden Zahlen könne man dann Öffnungen mit „kleinsten Schritten“ in Wien machen. Beispielsweise mit Schanigärten (weil die Ansteckungsgefahr nicht so hoch ist wie im Inneren, Anm.).
Dabei forderte Hanke vom Bund aber Klarheit ein: „Anfang März sollte man der Hotellerie und Gastronomie einen Zeitplan in die Hand geben.“ Denn eine Entscheidung rund um Ostern, wie es seitens des Bundes angekündigt worden war, sei zu unklar: „Die Wirtschaft verdient klare Informationen. Das müsste Anfang März möglich sein“, so Hanke.