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Zum Aufgeben zu steil: Wildalpe mit Schneeschuhen

Der 1523 Meter hohe Berg in den Mürzsteger Alpen bot in der soeben zu Ende gegangenen Kältewelle wunderbare Nah- und Fernblicke.

Nach dem Glatteis in der Früh ist die Kälteperiode im Osten Österreichs am Mittwoch vorerst zu Ende gegangen. Wenige werden ihr nachweinen, aber etwas Feines hatte sie schon: Wenn auch die Sonne schien, war Skitourengehen oder Schneeschuhwandern in den Bergen traumhaft schön, mit bizarr verpackten Bäumen in der Nähe und endlos weiter Sicht in die Ferne.

Ich habe mich für die Schneeschuhe entschieden und steuerte die Wildalpe in der Steiermark an. Aus unerfindlichen Gründen dachte ich, der 1523 Meter hohe Berg in den Mürzsteger Alpen sei weniger überlaufen als etliche andere Wintersportziele in diesen Pandemiezeiten. Offenbar dasselbe dachten sich erstaunlich viele, wie ich beim Start nahe dem Freinerhof in Frein an der Mürz feststellen musste.

Doch an Platz und also sicherem Abstand fehlt es dort nicht, zumal es – so weit ich sehen konnte – keine „offizielle“ Route hinauf zum Gipfel gibt. Im Gegenteil: Selbst seriös anmutende Tourentipps im Internet empfehlen nach einem stark frequentierten Graben zu Beginn einen „beliebigen“ Aufstieg über einen bewaldeten Riegel zum Hochplateau.

Ich bin das letzte Stück die Direttissima über den Hang südlich der beiden Sendemasten eher gekrochen als gestiegen. Wirklich toll, wie steil man mit Schneeschuhen bergauf kommt. Eigentlich war es mir fast zu steil, aber an Aufgeben war überhaupt nicht zu denken: Nicht bloß, weil das Ziel schon ganz nah war, sondern vor allem, weil so ein Hang bergab mit den überdimensionalen Sohlen an den Füßen schon weniger toll ist.

Das Hochplateau mit dem Gipfel im Westen und dem Rückweg über die Sulzriegelalm im Osten: zum Jauchzen schön. Der restliche Weg zurück zum Start (nach 700 Höhen- und knapp zehn Kilometern) hatte dann wieder etwa Beliebiges. Fast möchte man meinen, die Wildalpe heiße nicht wegen des einst üppigen Wildbestands so, sondern wegen der Art, wie coronageplagte Bewegungshungrige wie ich sie zurzeit durchpflügen.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com