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Golden Globes: Die Favoriten und die vielen Fragezeichen

Tina Fey und Amy Poehler werden heuer nicht nebeneinander stehen.
Tina Fey und Amy Poehler werden heuer nicht nebeneinander stehen.(c) imago images/Picturelux (A.M.P.A.S. via www.imago-images.)
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Am 28. Februar geht die Gala (irgendwie) über die Bühne. Die Filmbiografie "Mank" zählt zu den Globe-Favoriten, außerdem "The Trial of the Chicago 7", "The Father" und "Nomadland".

In einem "normalen" Jahr würde Hollywood jetzt den Oscars entgegenfiebern, die Golden Globes wären erledigt. Doch wegen Corona ist bekanntlich alles anders. Die Oscars gehen Ende April über die (virtuelle) Bühne und die Golden Globes am 28. Februar.

Trotz Termingerangel und Aufschüben hat die Pandemie Hollywoods Preissaison weiter fest im Griff. Wird der Rote Teppich ausgerollt? Stehen Stars als Preisverleiher auf der Globe-Bühne? Sind Promis im Ballsaal des Beverly Hilton Hotels dabei? Vieles ist noch immer unklar. Nur das ist vorab bekannt: Zum vierten Mal moderieren die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler die Show - erstmals aber auf getrennten Bühnen. Poehler hält in Hollywood die Stellung, Fey schaltet sich gut 4.000 Kilometer entfernt live aus dem New Yorker Rainbow Room dazu.

Und wo ist Helena Zengel? So viel ist sicher: Als Globe-Nominierte ist die zwölfjährige Deutsche, die mit dem Drama "Systemsprenger" zum Star aufstieg und nun für ihre Rolle an der Seite von Tom Hanks in "News of the World" im Rennen ist, wie alle anderen Anwärterinnen und Anwärter Teil der Show. Vermutlich wird die Jungschauspielerin aus ihrer Heimatstadt Berlin dazugeschaltet. Die Nominierten sollen weltweit aus der Ferne mitmachen, hieß es vorab in Branchenkreisen. So vereitelt die Pandemie nun auch die traditionelle Globe-Party. Doch im Rampenlicht steht das Nachwuchstalent allemal.

Mit sechs Nominierungen zählt die Filmbiografie "Mank" über den Autor Herman J. Mankiewicz, der mit Orson Welles den Klassiker "Citizen Kane" schrieb, zu den Globe-Favoriten. Auch der Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7", das Familiendrama "The Father" und das Road-Movie "Nomadland" haben mehrere Gewinnchancen.

Regisseur Orson Welles wurde mit „Citizen Kane“ zur Ikone, der Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz geriet in Vergessenheit. Durch dessen Augen blickt David Finchers raffinierte Netflix-Produktion „Mank“ nun auf die Entstehung des Kinoklassikers – und die Blütezeit Hollywoods.
Regisseur Orson Welles wurde mit „Citizen Kane“ zur Ikone, der Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz geriet in Vergessenheit. Durch dessen Augen blickt David Finchers raffinierte Netflix-Produktion „Mank“ nun auf die Entstehung des Kinoklassikers – und die Blütezeit Hollywoods.(c) Netflix

Viola Davis ("Ma Rainey"s Black Bottom"), "Frances McDormand ("Nomadland") und Carey Mulligan ("Promising Young Woman") gelten als Top-Kandidatinnen für die Trophäe als beste Drama-Darstellerin. Der 83-jährige Anthony Hopkins ("The Father") könnte mit der achten Globe-Nominierung seiner Karriere endlich eine Trophäe gewinnen. Der britische Komiker Sacha Baron Cohen hingegen hat gleich drei Gewinnchancen, als Produzent und Hauptdarsteller in der Satire "Borat Subsequent Moviefilm" und für seine Nebenrolle in dem Drama "The Trial of the Chicago 7". Der im vorigen August an Krebs gestorbene "Black Panther"-Star Chadwick Boseman wiederum ist posthum für seine letzte Rolle als Jazz-Trompeter in dem Musikfilm "Ma Rainey's Black Bottom" nominiert.

Weniger als 100 Journalisten entscheiden

In der Regiesparte schreiben die Globes jetzt schon Geschichte. Meist werden Frauen dort völlig übergangen, nun sind - neben zwei Männern - auf einen Schlag drei Regisseurinnen nominiert: die in China geborene Chloe Zhao für "Nomadland", die Britin Emerald Fennell für "Promising Young Woman" und US-Schauspielerin Regina King für ihr Regiedebüt "One Night in Miami". Über sieben Jahrzehnte hinweg wurde nur fünf Frauen diese Ehre zuteil, zuletzt 2015 "Selma"-Regisseurin Ava DuVernay. Barbra Streisand war mit "Yentl" (1984) die einzige Gewinnerin.

Die Globes werden zum Auftakt der Trophäensaison gerne als Oscar-Barometer gesehen, doch die Prognose ist keine Garantie. Denn über die Globe-Gewinner entscheidet eine kleine Gruppe von weniger als 100 alteingesessenen Journalisten vom Verband der Auslandspresse. Der Oscar-Akademie gehören mehr als 9.000 Mitglieder an.

Bei den Globes wird zudem traditionell nach Dramen und Komödien/Musicals unterschieden. So holten vor einem Jahr das Kriegsdrama "1917" und der Tarantino-Film "Once Upon a Time in Hollywood" die Top-Globes, während bei den Oscars dann die Gesellschaftssatire "Parasite" vier Trophäen abräumte. Der Oscar für den besten Film ging damit zum ersten Mal nach Südkorea und an eine nicht-englischsprachige Produktion.

 

(APA/dpa)