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Tempelstadt

Eine Art Disneyland direkt neben Angkor Wat geplant

APA/AFP/TANG CHHIN SOTHY
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Die Unesco ist um die Aura der Ruinen der berühmten Tempelstadt besorgt.

Der Dschungel als heiliger Hain: Mitten im Urwald Kambodschas liegen die Ruinen von Angkor Wat, der mittelalterlichen Tempelstadt der Khmer, eine der wichtigsten archäologischen Stätten der Welt. Trotz der vielen Touristen war es bis jetzt ein Ort, der sein sakrales Gepräge bewahrt hat. Aber das könnte sich bald ändern: Ein Casino-Betreiber aus Hongkong will fast unmittelbar neben die von der Unesco als Weltkulturerbe geschützte Zone einen Vergnügungspark in Disney-Manier hinstellen.

Das wird ein Spaß: Der „Angkor Lake of Wonder“ soll auf 75 Hektar alles rund um das Thema Wasser bieten - einen verzauberten Fluss mit Gondeln, ein Wellenbad mit künstlichem Strand, drei Riesenwasserrutschen, einen künstlichen Wasserfall und einen schwimmenden chinesischen Markt. Dazu grobschlächtige Kopien der berühmten Skulpturen von nebenan, Geschäfte, Restaurants und zwei Luxushotels mit insgesamt 900 Zimmern. Und das, obwohl in der nächstgelegenen Stadt schon 20.000 Betten für Reisende bereitstehen und der Grundwasserspiegel durch die Gästescharen bereits bedenklich gesunken ist.

Der Staat profitiert von der kolossalen Anlage direkt: Die Miete für das Terrain soll in Summe eine Milliarde Dollar einbringen. Wohl auch deshalb hat die Regierung in Phnom Penh schon im vorigen Mai ihren Sanktus gegeben.

Aber seitdem häufen sich die Warnungen von Denkmalschutzexperten. Sie appellieren an die Unesco, die Planungen durch Druck auf die Regierung zu stoppen. Gut möglich, dass die UN-Organisation drohen wird, ihr Weltkulturerbe-Prädikat zu entziehen, ähnlich wie in Dresden und Wien. Bis zur nächsten Tagung im Sommer will das zuständige Komitee jedenfalls „die weitere Entwicklung prüfen“. (APA/red)