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Geschlechterforschung

Corona-Humor erzeugt Gemeinschaft in der Isolation

Traditionelle Rollenbilder werden in Witzbildern im Internet oft mit unerwarteten Aussagen zusammengeführt. Der überraschende Erwartungsbruch sorgt in der Pandemie-Situation für erleichterndes Lachen.

Ein Polizist schreibt dem Rotkäppchen einen Strafzettel: „So, so. Die Großmutter besuchen? Macht 250 Euro!“ Das Bild ging wie so viele andere im Lockdown durch die sozialen Medien wie Facebook, Twitter und WhatsApp. Memes nennt man solche Bilder, die bekannte Gemälde, Werbungen, Filmszenen oder Tiere darstellen und ihnen durch einen kurzen Text Witz verleihen. Verena Sperk und Paul Scheibelhofer vom Lehr- und Forschungsbereich Kritische Geschlechterforschung der Uni Innsbruck untersuchten über 300 Corona-Memes und ihre gesellschaftspolitischen Hintergründe.

„Mir fiel schon im Frühjahr 2020 der Widerspruch auf: Obwohl die Pandemie für viel Unsicherheit, Angst und Leid gesorgt hat, gab es eine wahre Explosion von internetbasiertem Humor über ebendiese Pandemie“, sagt Sperk, die Humor aus feministischer und geschlechtertheoretischer Perspektive erforscht. Für eine Tagung zur Coronapandemie aus Sicht der Geistes- und Kulturwissenschaften analysierte sie mit ihrem Kollegen Scheibelhofer, der sich mit kritischer Männlichkeitsforschung befasst, welche Themen in aktuellen Memes verhandelt werden, auf welche Bedürfnisse sie reagieren und welche Rolle dabei Geschlechterbilder spielen.