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Interview

Was kann ich allein denn schon ausrichten? Viel!

Die „Fridays for Future“-Bewegung mobilisierte Millionen von Menschen rund um den Globus.
Die „Fridays for Future“-Bewegung mobilisierte Millionen von Menschen rund um den Globus.[Stanislav Kogiku]
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Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädicke erforscht die Kommunikation zum Klimawandel. Ein Gespräch über Ohnmacht, Abwehrreflexe Andersgesinnter und darüber, wie der „Greta-Effekt“ an der Uni Salzburg wirkt.

Die Presse: Sie untersuchen Reaktionen auf bedrohliche Klimawandelinformationen. Was haben Sie beobachtet?

Isabella Uhl-Hädicke: Die Konfrontation mit den Informationen führte großteils dazu, dass die Leute auf Widerstand gehen. Sie lassen sich nicht wachrütteln und kommen auch nicht ins Handeln. Nein, sie stecken den Kopf eher in den Sand. Dabei haben wir gar nichts besonders Bedrohliches gezeigt, das waren einfach Fakten zum Klimawandel und dessen Konsequenzen in Österreich oder weltweit. Es ging etwa darum, dass bei uns Tropenkrankheiten wie Malaria zunehmen werden.

Was lässt sich daraus für die Kommunikation lernen?

Die Strategie des Aufrüttelns rein durch Infos ist nicht empfehlenswert, weil sie zu unerwünschten Nebenwirkungen führt. Wir haben gesehen, dass die Leute durch das Lesen der Informationen eher ethnozentristischer wurden. Die Menschen öffnen sich dann, wenn sie dadurch keinen absoluten Kontrollverlust fühlen. Sie dürfen nicht das Gefühl von Ohnmacht bekommen und sich fragen: „Was soll ich als Einzelperson schon machen?“ Man muss ihnen das Gefühl geben, dass ihre Handlungen wichtig sind und einen Unterschied bedeuten.

Während Bewohner von Inselstaaten um ihr Zuhause fürchten, spürt bei uns noch kaum jemand den Klimawandel direkt, daher engagieren sich viele wohl auch nicht. Warum ist der Mensch träge, bis er am Rand des Abgrunds steht?