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Mein Samstag

Fasten fasten

Wie geht es Ihnen in der noch jungen Fastenzeit?
Wie geht es Ihnen in der noch jungen Fastenzeit?(c) imago images/Shotshop (SWernerNey via www.imago-images.de)
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Wie geht es Ihnen in der noch jungen Fastenzeit? Ich faste heuer großflächig wie nie und verzichte bis Ostern (wenn nicht gar noch länger, wer weiß) auf gesellige Restaurantbesuche, gemütliches Zusammensitzen in Schanigärten, spannende Kino-, interessante Theaterbesuche und bereits zum zweiten Mal hintereinander auf eine große Party zu meinem Geburtstag.

Anders gesagt: Da wir seit vielen Wochen und Monaten sowieso alle Freizeit-Zwangsfasten, verzichte ich heuer auf ein individuelles 40-Tage-Fasten. Auf all diese Einschränkungen braucht man nicht noch Alkohol und/oder Süßigkeiten drüberstreuen, finde ich. Zumal mein größtes Opfer, 40 Tage auf Kaffee zu verzichten, niemandem in meinem (lockdownbedingt eh sehr kleinen, aber trotzdem) Umfeld zuzumuten wäre.

Das Kind, das von klein auf von der Idee der Fastenzeit fasziniert war, wiederum fastet auch heuer wieder. Es verzichtet in der Fastenzeit auf Fleisch, was angesichts der Tatsache, dass es ohnehin seit Längerem Vegetarierin ist, womöglich nicht die allergrößte Challenge ist, aber gut. Etwas Ähnliches hatten wir schon einmal: Mit vier oder fünf Jahren hat das Kind vom Autofasten gehört – also dem Aufruf, in der Fastenzeit möglichst wenige Wege mit dem eigenen Auto zurückzulegen – und sich dieser Bewegung sofort angeschlossen. Auch das war damals eher kein riesengroßer Verzicht, immerhin wurde dem Kind zu jener Zeit im Auto immer schlecht, weshalb es in ein solches ohnehin nur in extremen Ausnahmefällen (Urlaub) einzusteigen bereit war. Als ich vor einigen Jahren versucht habe, bis Ostern auf Süßigkeiten zu verzichten (mit drei Jokern für Nasch-Notfälle), hat das Kind das interessiert mitverfolgt. Und jedes Mal, als es aus der Schule gekommen ist, gefragt „wie viele Joker ich heute schon“ verbraucht habe. Einmal habe ich wegen akuten Kopfwehs geschummelt und einen Löffel Zucker gegessen, was sogleich großflächig weitergepetzt wurde. Sie sehen: Mit so einem Motivationscoach braucht man eigentlich gar nicht anzufangen. In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch die Fastenzeit, ob Sie nun fasten oder nicht.

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2021)