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Leitartikel

Ein Jahr zu vieler Entscheidungen, zu weniger Perspektiven

Dieses scheinbare Fehlen von Alternativen und die augenscheinliche Niederlage für das gesellschaftliche Funktionieren von Eigenverantwortung und Vernunft sind die schmerzlichen Lehren nach einem Jahr.(c) REUTERS (Lisi Niesner)
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Der wohl größte Fehler: Im Reagieren auf steigende oder sinkende Corona-Infektionszahlen ging die langfristige Perspektive unter.

Die Behauptung zieht sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch die veröffentlichte Meinung: Der grausame Kapitalismus habe die Welt im Würgegriff. Die Schwachen würden immer schwächer, die Starken immer stärker oder reicher. Beinahe die gesamte Welt habe sich einem wirtschaftlichen Darwinismus ausgeliefert oder beteilige sich daran. Diese Behauptung ist falsch.

Die Vollendung des ersten Coronajahrs, die wir in diesen Tagen mit einem mehr als mulmigen Gefühl erleben, hat bewiesen, dass die halbe Welt schweren wirtschaftlichen Schaden für alle im freien System in Kauf nimmt, um das soziale und gesellschaftliche System, vor allem aber die Alten und (also) Schwachen, zu schützen. Es gab nirgendwo und niemals eine ernsthafte Debatte, zum Schutz von Wirtschaft, Gewinn und Wohlstand Tote in Kauf zu nehmen. Hätten die Kapitalismus-Geißler recht, hätte das passieren müssen.