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Wo geht's hier zum Zentrum?
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Raumplanung

Silicon Valley auf dem Dorfe

Der Donut-Effekt macht die Gemeinden kaputt: Die Mitte ist leer geworden, rundherum hat sich ein unförmiger Ring an Konsumflächen angesammelt. Wir brauchen einen Krapfen-Effekt, um die verödeten Ortskerne wieder mit Leben zu füllen.

Immer mehr Gemeinden und Kleinstädte haben kein Zentrum mehr. Das Leben findet am Rand statt, in peripheren Eigenheimsiedlungen, in Einkaufs- und Gewerbezentren auf der grünen Wiese und umgeben von abgeschotteten Bürowelten. Es wird seit Jahrzehnten nicht dort gearbeitet, wo man wohnt, eingekauft wird woanders als die Freizeit verbracht. Diese Lebensform bedarf eines hohen Mobilitätsaufwands, in den vergangenen Jahrzehnten ist die Automobilisierung gestiegen. Pendeln ist zur absoluten Normalität geworden, öffentliche Begegnungsräume haben an Bedeutung verloren.

Die totale Ausrichtung der räumlichen Entwicklung auf das Automobil brachte Konsequenzen mit sich, die noch viele Jahrzehnte lang ausgebadet werden müssen. Man nennt diese Entwicklung auch Donut-Effekt. Die Mitte ist leer geworden, rundherum hat sich ein immer dicker werdender, unförmiger Ring an Nutzungsflächen angesammelt. Der Donut-Effekt macht die Gemeinden kaputt. Er entzieht den Orten ihren Boden und ihre Identität und macht sie für kommende Generationen unattraktiv.

Die Debatte über den sparsamen und intelligenten Umgang mit Grund und Boden hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen. Die Fachwelt hat den Wandel in Programmen formuliert und gefordert, doch nach wie vor werden täglich durchschnittlich rund 13 Hektar Boden in Österreich neu beansprucht – eine Fläche von rund 18 Fußballfeldern.