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Interview

Grigori Tschchartischwili: „Putin ist kein großer Mann“

Das heutige Russland sei mit der Sowjetunion nicht vergleichbar, sagt der Autor Grigori Tschchartischwili.
Das heutige Russland sei mit der Sowjetunion nicht vergleichbar, sagt der Autor Grigori Tschchartischwili.Privat
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Der Autor Grigori Tschchartischwili wurde als Boris Akunin weltweit zum Bestsellerautor. Doch er arbeitet auch unter anderen Pseudonymen. Mit der „Presse am Sonntag“ spricht er über seine Faszination für das Ringen zwischen Gut und Böse und warum das heutige Russland dennoch kein Remake der alten Sowjetunion ist. ✒

Sie wurden geboren als Grigori Tschchartischwili und berühmt als Boris Akunin, aber Sie veröffentlichen auch als Anatoli Brusnikin und Anna Borisowa. Mit wem spreche ich also heute in London?

Grigori Tschchartischwili: Es gibt nur eine Person, das bin ich. Das andere sind Pseudonyme, die für verschiedene Schreibstile stehen, die ich verwende. Aber ich leide nicht an Schizophrenie, keine Angst.

Sie wurden 1956 im heutigen Georgien geboren, wuchsen in Moskau auf und begeisterten sich früh für Japan. Wie kam das?

Am meisten angezogen war ich wohl schon als Kind von der Exotik. Denn für jemanden, der in der damaligen Sowjetunion aufwuchs, war Japan so weit entfernt wie der Mars, etwas unerreichbar Fernes und Unbegreifliches.

Auch Ihre Geschichten um den Meisterdetektiv Erast Fandorin spielen auf einem scheinbar anderen Planeten, nämlich in der Vergangenheit. Waren diese Bücher eine Flucht aus der Gegenwart?