Der Blauzahn wird musikalisch

bluetooth. Dank verbesserter Audio-Eigenschaften und dem Trend zum MP3-Handy wird der Kurzstreckendatenfunk nun für die drahtlose Musikübertragung entdeckt.

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ein Kabelsalat mehr! Was der Kurzstreckendatenfunk Bluetooth für die Verbindung von PC, Zubehör und mobilen Geräten versprochen hat, wird jetzt auch für Musik unterwegs Realität. Längst hat sich Bluetooth als Standard für kabellose Freisprecheinrichtungen etabliert. Immer öfter dienen Handys mit integriertem MP3-Player als Walkman. Da liegt es nahe, auch die Headsets an die Anforderungen der Musikfreunde anzupassen. Neben dem bekannten Bügel am Ohr sind daher Bluetooth-Stereo-Headsets auf dem Markt, die nicht nur als Freisprecheinrichtung, sondern auch für den Einsatz als Musikkopfhörer taugen. Praktisch alle großen Handyhersteller und Zubehörlieferanten wie Plantronics oder Hama haben kabellose Stereo-Headset mit Preisen zwischen 80 und 150 Euro im Angebot.

Entscheidend für die Musiktauglichkeit des Bluetooth-Datenfunks ist eine technische Feinheit: das "Advanced Audio Distribution Profile" (A2DP). Dieses wird von immer mehr neuen Bluetooth-Geräten beherrscht und sorgt dafür, dass Audiodaten in HiFi-Qualität übertragen werden.

Neben der neugewonnenen Klangqualität können die Stereo- Headsets nicht nur wie gewohnt Anrufe annehmen, auch werden Lautstärke, Auswahl des Titels et cetera direkt am Kopfhörer gesteuert, während das Handy selbst in der Tasche bleibt. Auch diese Bluetooth-Funktion hat einen Namen: "Audio/Video Remote Control Profile2" (AVRCP). Das Gespann "Advanced Audio Distribution Profile" für gute Klangqualität und "Audio/Video Remote Control Profile2" für die Fernbedienung der Geräte via Bluetooth könnte dem ursprünglich für die Bürowelt gedachten Standard zu einem Siegeszug in den Audiobereich verhelfen. Neben MP3-Handys und Stereo-Headsets, die das Musikprofil unterstützen, kommen nun weitere Geräte auf den Markt, die die neuen Audiofähigkeiten von Bluetooth nutzen.

So hat Sony seit kurzem ein Autoradio im Sortiment, das nicht nur als Freisprecheinrichtung für kompatible Handys dient, sondern via Bluetooth auch MP3-Songs vom Handy im Auto abspielen kann. Unterstützt das Handy das AVRC-Profil, kann der Fahrer die Titel gleich über das Autoradio auswählen.

Auf dem Handy gespeicherte Musik über Lautsprecher wiederzugeben ist auch die Hauptaufgabe des neuen Mobile-Sound-Set IMS 100 von Benq-Siemens. Die elegante Stereo-Aktivbox für unterwegs kann dank Bluetooth drahtlos Musik empfangen, und die Lautstärke kann - wenn das Handy mitspielt - vom Mobiltelefon aus gesteuert werden. Über eine 3,5-mm-Buchse und Kabel können auch MP3-Player ohne Bluetooth angeschlossen werden.

Der für Herbst angekündigte YP-T9JH von Samsung benötigt eine solche Brücke nicht. Der MP3-Player, der in verschiedenen Versionen mit Kapazitäten von ein bis vier Gigabyte auf den Markt kommen soll, kann dank integriertem Blue- tooth-Modul beim drahtlosen Musikaustausch mitspielen.

Wer sich von seinem alten Player oder Kopfhörer nicht trennen will, für den finden sich im Internet Adapter, die die Verbindung von herkömmlicher Audiotechnologie mit Bluetooth ermöglichen. Der iTech ClipS35 um rund 50 Euro etwa macht jeden konventionellen Kopfhörer zum Bluetooth-Empfänger. Auf der Gegenseite bietet etwa MIS-Technologies um rund 40 Euro einen kleinen Bluetooth-Sender, der einfach an den Kopfhörerausgang jedes herkömmlichen MP3-Players angeschlossen werden kann und so sowohl dem altgedienten Discman als auch dem schicken iPod den Einzug in die Bluetooth-Welt ermöglicht. Einzig die Option, den Player via Bluetooth auch zu steuern, kann ein solcher Adapter nicht bieten.


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