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Arbeitsmarkt

SPÖ: Staat soll 40.000 Jobs schaffen

ROTES FOYER DER SPOe ZUM THEMA 'JOBOFFENSIVE FUeR LANGZEITARBEITSLOSE': RENDI-WAGNER
APA/ROBERT JAEGER
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Die SPÖ fordert eine staatlich finanzierte Beschäftigungsoffensive für Langzeitarbeitslose. Ein ähnliches Programm war erst 2017 beendet worden.

Die historisch hohe Arbeitslosigkeit ruft die Opposition auf den Plan. Die SPÖ fordert eine Beschäftigungsoffensive für Langzeitarbeitslose. 40.000 Menschen, die ein Jahr oder länger ohne Job sind, sollen bei Gemeinden, gemeinnützigen Organisationen und Sozialbetrieben Jobs erhalten, die zunächst voll vom Bund finanziert sind. Die Jobs würden laut SPÖ-Chefin, Pamela Rendi-Wagner, von der Pflege über die Unterstützung in Test- und Impfstraßen bis zur Betreuung von Grün- und Parkanlagen reichen. Die Coronakrise verstärke die Probleme auf dem Arbeitsmarkt, „vor allem dort, wo es Menschen schon vor der Krise schwer hatten, aus eigener Kraft einen Job zu finden“, sagte sie am Montag vor Journalisten.

Die sogenannte Aktion 40.000 orientiert sich an der Aktion 20.000. Dieses Beschäftigungsprogramm war 2017 unter dem damaligen SPÖ-Bundeskanzler, Christian Kern, eingeführt und kurz darauf von der türkis-blauen Regierung wieder eingestellt worden. Die Aktion 20.000 war für Langzeitarbeitslose über 50 Jahre konzipiert. Das am Montag präsentierte Nachfolgemodell soll nun alle Altersgruppen mit einbeziehen. Der Bund würde laut dem Vorschlag im ersten Jahr die vollen Lohn- und Lohnnebenkosten finanzieren, sich sukzessive zurückziehen und nach zwei Jahren komplett aus der Finanzierung aussteigen.

Bis zu 270 Mio. Euro Kosten

Laut SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch würde das im ersten Jahr je nach Auslastung 150 bis 270 Millionen Euro kosten. Die Aktion würde allen Gruppen von Arbeitslosen zugutekommen – von jungen Menschen, die keine Lehrstelle finden, über 40-Jährige mit Behinderungen bis zum über 50-Jährigen, der länger als zwölf Monate keinen Job findet.

Ende Jänner waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) knapp 140.000 Menschen als langzeitbeschäftigungslos gemeldet, sie hatten also abgesehen von kürzeren Unterbrechungen wie etwa Schulungen schon zwölf Monate oder länger keinen dauerhaften Job.
Laut einer Evaluierung des Instituts Prospect wurden im Rahmen der Aktion 20.000 von Juli 2017 bis Juli 2019 knapp 4000 Personen beschäftigt. Die Betroffenen waren davor durchschnittlich 2,8 Jahre arbeitslos. Gefördert wurden zu 42 Prozent Frauen, das durchschnittliche Alter betrug 55 Jahre. Rund ein Drittel der im Rahmen der Aktion Beschäftigten war drei Monate nach Auslaufen der Förderung noch beschäftigt.
AMS-Chef Johannes Kopf hatte sich in der Vergangenheit kritisch zur Aktion 20.000 geäußert – es sei sinnvoller, das Geld für Schulungen auszugeben als für staatlich finanzierte Arbeitsplätze. (hie)

(Presse Print)