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Nordische WM

Stadlober vor WM mit "richtig gutem Gefühl"

CROSS COUNTRY SKIING - FIS WC Davos
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Drei vielversprechende Trainingswochen und auf sie zugeschnittene Strecken lassen Langläuferin Teresa Stadlober trotz einer bisher durchwachsenen Saison auf eine erfolgreiche WM hoffen.

Die in diesem Winter nicht regelmäßig an frühere Topergebnisse herangekommene Radstädterin kann sich in Oberstdorf auch mit Großereignissen versöhnen, denn Olympia 2018 und die WM vor zwei Jahren in Seefeld waren unglücklich verlaufen.

"Ich fühle mich richtig gut und bin bereit, die WM kann kommen. Ich habe ein besseres Gefühl als vor der Tour", betonte Stadlober, die im deutschen Allgäu wieder einmal die einzige Hoffnungsträgerin auf österreichische Langlauf-Spitzenplätze ist. Bei der angesprochenen Tour de Ski war sie in Abwesenheit der wegen Corona-Bedenken fehlenden Norwegerinnen nur Neunte geworden. Im restlichen Winter gab es zwar einige Top-Ten-Ergebnisse, aber auch Ausreißer nach unten. "Wenn ich mir die Saison anschaue, gehöre ich sicher nicht zu den Favoritinnen, ich war nie am Stockerl, so realistisch bin ich schon", sagte Stadlober im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Anders als vor zwei Jahren kann die 28-Jährige diesmal aber unbeschwert starten. "Ich gehe sicher lockerer hinein, nicht so verkrampft wie in Seefeld. Damals waren die Umstände anders", sprach sie ihre Erkrankung vor der Heim-WM an, die die Erfüllung ihres damals durchaus realistischen Medaillentraumes verhindert hatte. Ein Jahr davor hatte sie bei Olympia in Südkorea durch ihre aufsehenerregende Streckenverwechslung eine sicher geglaubte Silbermedaille noch aus der Hand gegeben.

Top-Ten-Ergebnisse bei beiden Anlässen schaffte Stadlober aber dennoch, das ist auch in Oberstdorf das Minimalziel. Die Ausdauerspezialistin hofft aber, dass es möglicherweise auch in Richtung Edelmetall gehen könnte, schließlich zählt Oberstdorf zu ihren Lieblingsstrecken. Vor einem Jahr holte sie am WM-Schauplatz als Skiathlon-Dritte ihren einzigen Weltcup-Podestplatz abseits von Etappenrennen. In dieser Saison steht ein vierter Etappenrang über 10 km in der klassischen Technik in Val di Fiemme im Laufe der Tour als Topergebnis zu Buche. "Oberstdorf ist mit Val di Fiemme vergleichen, wo ich Vierte war", verwies Stadlober auf die langen Anstiege der WM-Loipen.

Je wärmer, desto besser?

Neben dem Höhenprofil könnten ihr auch die erwartete Frühlingswitterung in die Hände spielen. "Die Wärme ist für jeden Herausforderung, aber es trifft vor allem die US-Amerikanerinnen und Skandinavierinnen hart", so Stadlober. Dennoch wird freilich vor allem mit Topstar Therese Johaug, weiteren Norwegerinnen, mehreren Schwedinnen sowie Tour-Siegerin Jessica Diggins und Rosie Brennan aus den USA zu rechnen sein. Brennan ist eine von mehreren Newcomerinnen, die unerwartet ganz vorne mitmischen. "Es sind nicht mehr nur Norwegen und Schweden, es haben sich viele sehr gut entwickelt", erläuterte Stadlober.

Aber auch sie will in ihren drei Oberstdorf-Rennen möglichst dick anschreiben, ihr bestes WM-Ergebnis ist bisher ein sechster Skiathlon-Rang 2017 in Lahti. Zuversichtlich stimmen sie nicht zuletzt die jüngsten Trainingseinheiten in Radstadt, Obertauern und Ramsau. Bei ihrem WM-Auftakt am Samstag in Skiathlon und im abschließenden 30-km-Rennen ebenfalls mit Massenstart rechnet sie sich mehr aus als im Einzelstartrennen über 10 km. "Ich tue mir in der Gruppe einfach leichter."

Schwer zu ertragen war und ist hingegen der unerwartete Tod ihres langjährigen Servicemannes Rudolf Janach vor einem Monat. "Er geht menschlich ab wie auch im Team", betonte Stadlober. Das Kompensieren des verlorenen Skitechnik-Knowhows sei zuletzt schon gut gelungen. Bei der WM wird sie zusätzlich von ÖSV-Personal aus der Fördergruppe 2 und aus dem Kombinierer-Tross unterstützt. In Oberstdorf als Betreuer mit dabei werden auch ihre im Spätherbst an Corona erkrankten Eltern Roswitha und Alois sowie Bruder Luis sein.

Ihren Eltern gehe es nach überstandener Erkrankung mit leichten Symptomen mittlerweile wieder sehr gut, die Corona-Situation insgesamt sei aber dennoch belastend. "Es ist schon mühsam. Beim Weltcup in Schweden habe ich mich zum Beispiel nicht wohlgefühlt, dort trägt niemand Masken, alles war offen. Ich habe schon Angst, dass ich mich anstecke. Die Umstände machen es für uns schon hart, aber ich bin froh und dankbar, dass wir Rennen haben". Diese werden auch in Oberstdorf ohne Fans stattfinden. "Ich hoffe, dass es nächste Saison wieder normal wird", setzt Stadlober auf eine baldige Besserung der Pandemie-Situation und die Rückkehr zur Normalität mit möglichst vielen Zuschauern an den Strecken.

(APA)