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Nordische WM

Stecher: „Du musst dir jede Medaille redlich erarbeiten“

NORDIC SKIING - FIS Nordic World Ski Championships Oberstdorf 2021
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Mario Stecher war eiserner Kombinierer und Medaillengarant bei Großereignissen. Seit 2018 steht er dem ÖSV als Nordischer Direktor vor. Der Steirer, 43, hofft in Oberstdorf auf das erste WM-Gold seit vier Jahren.

Die Nordischen stehen zumeist im Schatten der Alpinen. Zuletzt schickten sich auch immer mehr die Biathleten an, ihnen den Rang abzulaufen. In der breiten Wahrnehmung werden Erfolg, Sympathien und Populärkultur ausnahmslos mit Edelmetall gemessen. Da haben Lisa Hauser, Katharina Liensberger, Vincent Kriechmayr oder Marco Schwarz klare Vorteile mit ihren WM-Goldenen. Was gelingt also auf Schanzen und Loipen bei der WM in Oberstdorf?

NORDIC COMBINED - FIS WC Seefeld
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Dass das letzte WM-Gold sehr weit zurückliegt – Skispringer Stefan Kraft segelte bei der WM in Lahti 2017 zum Doppelsieg – mag ein Ballast in der Gegenwart sein. Die Hoffnungen auf Medaillen ruhen jedoch vorwiegend auf der Schanze, sagt ÖSV-Direktor Mario Stecher. Er hat sein Team in Riezlern im Kleinwalsertal untergebracht. Man nimmt die 20-minütige Anreise hinüber in den WM-Ort im Allgäu locker, die Stimmung sei trotz der Pandemie und aller „Blasen“ wie Sicherheitsmaßnahmen gut. Was zum großen Glück fehlt, sind Podestplätze: „Wir haben in dieser Saison eine schwere Zeit hinter uns, mit vielen Verletzten, Rekonvaleszenten, und ich muss zugeben: Wir sind nicht die Favoriten. In keinem Bewerb.“

Großes Lob für Kombinierer-Talent Lamparter

Stecher holt dabei tief Luft, der ehemalige Kombinierer steht den Nordischen seit Sommer 2018 vor. Dass im laufenden WM-Winter Marita Kramer die einzige Einzelsiegerin ist, zaubert auch Stecher Sorgenfalten ins Gesicht. Zwei Siege im Teamspringen der Herren stehen auch zu Buche, dazu drei Podestplätze der Kombinierer. Langläuferin Teresa Stadlober, die einzige im Weltcup konkurrenzfähige Starterin, wurde Neunte bei der Tour de Ski – aber da fehlte halb Skandinavien ob diverser Coronaeinwände. Stecher hofft auf Kraft, Kramer oder das aufstrebende Kombinierer-Talent Johannes Lamparter. „Er ist in der Weltspitze angekommen, bringt seine Leistung. Interessant ist für mich, dass er mit der Herausforderung wächst. Das ist wunderschön zu beobachten, dass er wieder einer ist, der mit einem fünften, sechsten Platz nicht zufrieden ist.“

Gleiches gelte für die Kombiniererinnen, die ihr WM-Debüt geben. Stecher bat darum, auf Lisa Hirner zu achten. Sie wäre für eine „Überraschung“ immer gut.

Dass das Adler-Team durch zig Coronafälle ins Trudeln kam und nun langsam wieder die Strömung findet, gab Stecher unumwunden zu. Er traue aber Andreas Widhölzl, 44, in seiner ersten Saison als Cheftrainer Großes zu. Motivation, Wissen, Geschick – „Swider“, der in Oberstdorf 2005 auch maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass die Mannschaft zu Gold fliegt, habe die Gabe, die Seinen zu motivieren, selbst in kritischen Momenten.

Norwegische internationale Meisterschaften

Dass wie bei den Kombiniererin mit Jarl Magnus Riiber (sieben Siege) auch im Springen ein Norweger, Halvor Egner Granerud (elf Siege) die Nase vorn hat, musste Stecher nicht gesondert erwähnen. Gleiches gilt im Langlauf, auch diese WM wird zu „norwegischen internationalen Meisterschaften“. Überraschungen seien nicht ausgeschlossen, auch der hohen Temperaturen wegen.

„Vier, fünf, sechs Medaillen – das wäre das Ziel“, sagt Stecher und legt damit die Latte eigentlich schon sehr hoch. Sie sich bei einer WM einfach abzuholen, das wären bloß Fantastereien. Die Konkurrenz sei gewaltig. „Man muss sich jede Medaille redlich erarbeiten.“