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Debatte

Darf aus Terror Kunst werden?

Künstler sicherten sich Material von Wiens Terrorgedenkstätte. Erste Ergebnisse sieht man im Stephansdom. Es geht formal auch subtiler, zeigen Fotos von Hermann Glettler.

Viele Worte sollen hier nicht über das „DENK MAhn MAL“ verloren werden, das am Mittwoch im Eingangsbereich des Stephansdoms präsentiert wurde. Form, Inhalt und Anspruch entsprechen nicht ansatzweise der Intensität des Materials, dessen sich ein bisher weitgehend unbekanntes Wiener „Street-Art-Ehepaar“ hier bediente: den Resten der geräumten Terrorgedenkstätte in der Innenstadt. Susanne Detrüs Habarta und Peter Petrus Habarta (samt Team) reduzierten das Lichtermeer zum belanglosen Kleinformat, machten aus zerschnipselten Kerzen, Blumen, Karten elektrisch blinkende Müllcollagen bzw. kitschige Stillleben aus Federn, Ähren und Goldfarbe. Bekrönt von einem Trauerkranz aus Kerzendeckeln, in dessen Mitte das Schild „Anfang“ prangt, flankiert von scheinbar fröhlich vereinten schematischen Männchen, angeblich u. a. die Weltreligionen symbolisierend.