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Morgenglosse

Viren kennen keinen Datenschutz

++ THEMENBILD ++ CORONA: COVID-19 SCHNELLTEST
Kostenlose Schnelltests gibt es ab kommender Woche in den Apotheken.APA/ROLAND SCHLAGER
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Wer aus Elga ausgestiegen ist, darf sich keine Gratis-Corona-Tests für zu Hause abholen. Das ist kurios und bei der Bekämpfung der Pandemie kontraproduktiv.

In allen Corona-Teststraßen, so verlautbarte das Büro von Gesundheitsminister Rudolf Anschober kürzlich, dürfen nun auch nicht versicherte Menschen einen Antigenschnelltest machen. Die Kosten dafür trägt der Bund, also alle Steuerzahler. Dass nicht versicherte Leute trotzdem Leistungen bekommen, mag ungewöhnlich sein. Es lässt sich aber dadurch rechtfertigen, dass die Pandemiebekämpfung im Interesse aller liegt. Ob man von einem Versicherten oder einem Nichtversicherten angesteckt wird, spielt schließlich keine Rolle.

Umso kurioser ist es aber, wenn nun Leuten, die ihre teils beträchtlichen Abgaben an die Sozialversicherung zahlen, Leistungen vorenthalten werden. So werden zwar ab März in Apotheken fünf Gratis-Corona-Tests pro Monat an die Versicherten ausgegeben. Aber wer aus der elektronischen Gesundheitsakte Elga ausgestiegen ist – das sind immerhin fast 300.000 Österreicher –, bekommt nichts. Schließlich will kontrolliert sein, wer seine Testsets schon abholen war.

Und so weit kommt es noch, dass sich jemand gleichzeitig vor der Weitergabe von Gesundheitsdaten und vor Viren schützen will. Dabei wäre es laut Experten mit besserer Planung sehr wohl möglich gewesen, die Abgabe der Tests anders zu überprüfen. Am besten durch Koppelung an die E-Card, die jeder Versicherte hat. Bei Arztbesuchen funktioniert diese ja auch, wenn man nicht bei Elga ist. Oder zur Not schlicht mit Ausweis, Sozialversicherungsnummer und Listen, die eine Apotheke führt und weitermeldet. Und sollte einmal doch ein raffinierter Bösewicht zehn statt fünf Teststäbchen im Monat abgreifen, wird man das finanziell überleben. Wenn umgekehrt doch jeder jeden Tag einmal gratis auf die Teststraße gehen dürfte (dies aber aus zeitlichen Gründen kaum machen wird).

Zumindest alle Versicherten sollten daher Schnelltests für zu Hause erhalten. Denn das Wichtigste bleibt in dieser Pandemie, dass die Leute ihren Gesundheitszustand überprüfen. Der Krankheit aber ist es egal, ob jemand bei Elga ausgestiegen ist oder nicht. Viren kennen keinen Datenschutz.