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Endet die große Party der Menschheit im Plastikflaschen-Kater?

Müll. Würden Strände nicht regelmäßig gereinigt, sie bestünden aus Plastik. Warum aber landet so viel Kunststoff überhaupt dort? Ist Vermeidung nicht der einzige Weg?
Müll. Würden Strände nicht regelmäßig gereinigt, sie bestünden aus Plastik. Warum aber landet so viel Kunststoff überhaupt dort? Ist Vermeidung nicht der einzige Weg?(c) REUTERS (JOHANNES CHRISTO)
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169. Die Trash Heroes schreiten ein - der Kampf gegen Plastikabfall durch gemeindebasierte Kräfte.

Zur Müllproblematik tragen wir alle bei, aufmerksam oder achtlos, passiv oder aktiv. Endet die große Party der Menschheit im Plastikflaschen-Kater? Um das zu verhindern, leistet eine Schweizer NGO, weltweit agierend, gegründet 2013, Grundlagenarbeit.

"Trash Hero" organisiert Aufräumaktionen mit Unterstützung lokaler Gemeinschaften. Die Zielsetzung: Menschlichen Abfall zu eliminieren und Bewusstsein zu wecken für Umweltverschmutzung. 171 Projekte in 19 Ländern sind derzeit aktiv, 362.000 Freiwillige halfen, ein gutes Viertel davon Kinder.

Bei Aktionen schwärmen Einheimische in gelben T-Shirts aus (Aufschrift: "Trash Hero") und säubern Strände, Wälder oder baufreie Zonen. Dabei treffen sie auf Müll aus PET-Flaschen, die sich im letzten Vierteljahrhundert explosionsartig verbreitet haben, sowie Plastikabfall, Dosen oder Verpackungsmaterial. Fast zwei Millionen Kilogramm wurden in über 12.000 Einzelaktionen eingesammelt, im Gegenzug verteilen die Müllhelden in "Zero Waste Communities" wiederverwendbare Flaschen und Einkaufstaschen. Balis Albtraum beginnt im Monsun, dessen Strömungen den Zivilisationsmüll an die Strände schwemmen. Die Lage im Tourismus-Dorado Indonesiens hat sich auch in Abwesenheit der oft beklagten Menschenmassen nicht gebessert der Inselstaat gilt auf dem Plastiksektor ohnehin schon als einer der bedeutendsten Meeresverschmutzer der Welt, und die Take-away-Kultur in Coronazeiten kurbelt die Plastikindustrie nur weiter an.

Ex-Reiseleiter Wayan Aksara aus Bali, vor Kurzem noch privat mit seiner Familie Müll zusammensammelnd, knüpfte Kontakte zu "Trash Hero" und leitete seitdem schon Aktionen mit über neuntausend Freiwilligen. Bisher haben seine Leute 24 Tonnen Einwegabfall aus der Natur geholt. Und nun gerät Bewegung in die Sache. Die Regierung Indonesiens plant, den Plastikabfall bis 2025 um 70Prozent einzudämmen. Private Initiativen können immer nur den Anfang darstellen. Effizient sind politische Entscheidungen wie die Besteuerung von PET-Flaschen nicht nur in Indonesien. Überall. Auch gegen den Aufschrei der Plastik-Lobbyisten.