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Wenn aus lauter Angst der Geduldsfaden einfach nicht reißt

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Geschlossen wegen Lockdown: Wie kommt es, dass nach einem „Koste es, was es wolle“-Jahr die Klagen über schleppende oder verweigerte Zahlungen nicht abreißen?APA/HELMUT FOHRINGER
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Die Diskrepanz zwischen einer Politik der Superlative und der bedrückenden individuellen Realität ist besonders schädlich. Wo bleibt der Aufschrei?

Wenn die eigene Realität mit der politischen nicht in Einklang gebracht werden kann, muss das – zu jeder Zeit – zu großer psychischer Belastung führen. Die Diskrepanz verstärkt Unsicherheit und Verunsicherung. In einer Krisenzeit wie der momentanen löst das Frustration, Enttäuschung, Ärger und/oder Wut aus. Im schlimmsten Fall Apathie, weil sie Energie zerstört, Aktivität und somit Krisenbewältigung hemmt.

Zwei diese Woche zufällig gleichzeitige Begebenheiten brachten es auf den Punkt. Da verkündete Bundeskanzler Kurz am Mittwoch im Parlament, Österreich sei „Weltmeister, was die Unterstützungsmaßnahmen angeht“. Der Inhaber eines kleinen Geschäftes kann das nicht glauben. Er könnte mit der Unterstützung seit einem Jahr – 1200 Euro da, 2500 Euro dort – ohne seine Rücklagen nicht überleben. Nicht die geringe Hilfe und der bürokratische Kram verärgern ihn, sondern die Kluft zwischen politischen Versprechungen und Realität.