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Bundesliga

Rapid dank Demirs "Goldfuß" zurück auf Siegerstraße

SOCCER - BL, Rapid vs Ried
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Yusuf Demir glänzte mit einem Traumtor, der 17-Jährige belohnte "sich und uns“, sagte Trainer Didi Kühbauer. Er verhinderte damit „ein bisschen Unruhe" vor dem Derby.

Rapid hat dank Yusuf Demir das Gefühl des Siegens am Samstag wieder einmal auskosten dürfen. Beim 1:0-Heimsieg über Aufsteiger SV Ried erlöste der 17-Jährige sein Team erst in der 90. Minute mit einem Geniestreich und verhinderte den dritten sieglosen Auftritt in Folge nach einem 0:0 in Altach und 2:4 in Salzburg. "Der Junge hat wirklich einen Goldfuß, er ist ein unglaublicher Fußballer", lobte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer seinen Matchwinner.

Dieser musste wie so oft in dieser Saison lange auf seine Chance warten, kam erst ab der 75. Minute. Schnell in eine Partie reinzufinden, zeichnet ihn aus. Es dauerte nur fünf Minuten bis zur ersten Topchance, bei der er noch am starken Ried-Tormann Samuel Sahin-Radlinger scheiterte (80.). Zehn Minuten später passte alles. Der Rohdiamant zog mit links aus mehr als 20 Metern ab und traf sehenswert ins Kreuzeck. "Es war ein Tausendguldenschuss, aber er wollte den Ball dort wirklich so reinzirkeln. Ich bin happy, dass es so funktioniert hat", war Kühbauer begeistert.

Warum Demir nicht mehr Einsatzzeit bekommt, ist vielen Außenstehenden ein Rätsel. Durch dessen späten Treffer konnte man Kühbauer jedenfalls keinen Vorwurf bezüglich einer zu späten Einwechslung des dreifachen Liga-Saisontorschützen machen. "Er hat sich und uns belohnt", betonte der Burgenländer. Zum siebenten Mal in Folge kam Demir in einem Pflichtspiel von der Bank. Als "klassischen Joker" wollte Kühbauer den ÖFB-U21-Teamkicker aber nicht bezeichnen. "Ich glaube, dass wir es richtig machen mit ihm. Zum Aufhalten wird er eh nicht sein, er wird seinen Weg machen", ist sich der 49-Jährige sicher.

Wahrscheinlich nicht mehr lange im grün-weißen Dress. Bis Saisonende aber noch fix und da wartet in der drittletzten Runde vor der Liga- und Punkteteilung am 7. März das Derby bei der Austria. Ob mit oder ohne Demir in der Startelf - zum letzten Mal begann er am 13. Dezember beim Heim-0:3 gegen WSG Tirol - wird sich zeigen, Kühbauer ließ sich alle Optionen offen. Rapid kann dem Lokalrivalen einen herben Schlag im Kampf um einen Top-Sechs-Platz versetzen. "Ich bin froh, gewonnen zu haben. Es wäre ärgerlich gewesen, wenn wir wie in Altach nur X gespielt hätten, dann wäre vielleicht wieder ein bisschen Unruhe reingekommen", wusste der Rapid-Coach. So konnte man am (heutigen) Sonntag die Austria-Partie in St. Pölten mit einem positiven Gefühl verfolgen.

Rapid hatte gegen Ried 70 Prozent Ballbesitz und ein klares Chancenplus, erlebte trotz Überzahl ab der 62. Minute nach einer umstrittenen Gelb-Roten Karte für Kennedy Boateng (Muslic: "Das war nichts, ein massiver Eingriff") aber eine Zitterpartie. "Ich glaube, dass man ein gutes Spiel von uns gesehen hat, aber uns fehlt ein bisschen die Effizienz. Das muss man der Mannschaft schon vorwerfen", erläuterte Kühbauer.

Außenspieler Thorsten Schick war jener Akteur, der die größte Chance (87.) vergab. Dank Demirs "super Einzelaktion" blieb ihm einiges erspart. "Wenn man so spät das 1:0 macht, muss man von einem glücklichen Sieg sprechen, aber der war verdient", resümierte der 30-Jährige. Im Endeffekt würden nur die drei Punkte zählen. "Morgen fragt keiner mehr."

Der Abstand zu Leader Salzburg wurde zumindest für einen Tag auf drei Punkte verkürzt, Rang zwei aufgrund des LASK-Ausrutschers gegen Hartberg abgesichert. Die Rieder sind am anderen Ende der Tabelle, haben als Zehnter nur vier Zähler Luft zur "Roten Laterne". Nach sieben Anläufen unter Miron Muslic wartet man immer noch auf den ersten Sieg, gab es erst drei Punkte. "Der Fußballgott ist im Moment ein gemeiner, es fühlt sich schon bitter an", gab der Ried-Trainer zu.

Ein fantastisches Tor habe seinem Team das Genick gebrochen. "Wenn Yusuf nicht Yusuf ist, dann nehmen wir den Punkt mit. Es ist unglaublich bitter", so Muslic vor einer "wahrscheinlich schlaflosen" Nacht. Ans Aufgeben denkt der 38-Jährige keinesfalls. "Ich bin ein Kämpfer, mache mir keinen Kopf, dass wir das nicht schaffen. Die Mannschaft lebt, ist intakt, wir schlagen zurück", verlautete Rieds Trainer. Das notwendige Glück wolle man sich erarbeiten.

(Schluss) ttr/vos