PSP: Parlez-vous Playstation?

"Talk Man" macht die PSP zum tragbaren Sprachtrainer und Dolmetscher.

Für eine Dienstreise nach Japan hat es nicht gereicht. Also testeten wir die Fähigkeiten des "Talk Man", der Software, die Sonys Playstation Portable zum Sprachtrainer und Dolmetscher macht, am Italienisch, das Bürokollegen freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Hier hat die vielgepriesene Option, mittels eingebauten Mikrofons normale Gespräche zu übersetzen, allerdings enttäuscht. Die von der PSP "erkannten" Sätze hatten kaum etwas mit dem tatsächlich Gesagten zu tun. Ähnlich bei Deutsch und Englisch. Französisch, Spanisch und Japanisch soll die PSP auch verstehen - Letzteres sicherlich besser als wir.

Hilfreicher ist der Sprachführer, wenn man eine der zahlreichen Standardsituationen von "Airport" bis "Walking" wählt. Hier bietet die PSP jeweils einige Phrasen, mit denen sich die meisten gängigen Anliegen kommunizieren lassen. Ist man erst einmal mit dem System vertraut, erfolgt die Auswahl relativ rasch. Das Talk-Man-Maskottchen Max spricht den gewählten Text in der fremden Sprache und zeigt ihn am Display. Der Gesprächspartner kann seine Antwort - mit der erwähnten Zuverlässigkeit - in das Mikrofon sprechen oder aus einer Liste auswählen. Zweiteres gewährleistet zumindest eine gewisse Kommunikationsbasis, erfordert aber ein wenig Goodwill des Gegenübers. Dieses darf im technikbegeisterten Asien wohl eher vorausgesetzt werden als in Europa. Ob die bemüht-fröhlichen Animationen, die noch dazu die Bedienung nicht gerade schneller machen, die Kooperationsbereitschaft unterstützen oder eher das Gegenteil bewirken, sei dahingestellt.

Wer sich nicht auf die Übersetzungskünste der PSP verlassen will, kann mit Talk Man auch selbst unterwegs Sprachen lernen. Allerdings erfordert es ein gewisses Selbstbewusstsein, seine Aussprache in der Öffentlichkeit zu perfektionieren.

Fazit: Die Idee, die PSP in einen tragbaren Dolmetscher zu verwandeln, hat sicherlich Potenzial, Talk Man wirkt aber noch nicht ganz ausgereift. In Ländern wie Italien oder Spanien sind traditionellere Verständigungsmethoden wohl erfolgreicher. Dort wo man - Stichwort Japan - gar keinen Bezug zur Landessprache hat, bringt einen das rund 50-Euro-"Spiel" zumindest zielstrebig ins Hotel und bewahrt vor dem Verhungern.

hightech@diepresse.com

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