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Statistik

Anteil der Erwerbspersonen sinkt bis 2050 deutlich

Statistik-Chef sieht das Pensionssystem unter Druck: Schon in zwanzig Jahren kommen auf einen Peronisten nur mehr zwei Erwerbstätige. Der Arbeitsmarkt wird zunehmend älter und weiblicher.

Der Anteil der Erwerbspersonen an der österreichischen Gesamtbevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich sinken. Die Statistik Austria prognostiziert einen Rückgang von 51,8 Prozent im Jahr 2019 auf 47,3 Prozent im Jahr 2050. "Während heute auf eine Person im Pensionsalter noch drei Erwerbspersonen kommen, werden es bereits 2040 nur noch zwei sein."

Das werde umlagefinanzierte Sicherungssysteme wie Pensionen oder Gesundheit unter Finanzierungsdruck setzen, so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas am Dienstag in einer Aussendung.

Der Arbeitsmarkt werde zunehmend älter und weiblicher. Die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Personen wirke dem Rückgang der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung entgegen. 2050 werde die Anzahl der Erwerbspersonen - das ist die Summe aus Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen, unselbstständig Beschäftigten und Arbeitslosen sowie Präsenz- und Zivildienern - aber um 1,1 Prozent niedriger sein als 2019. Die Prognosen der Statistik Austria reichen hier von 4,35 bis 4,68 Millionen Erwerbspersonen, nach 4,60 Millionen 2019 - je nachdem, ob die alters- und geschlechtsspezifische Erwerbsbeteiligung gleich bleibt oder das Erwerbspotenzial etwas stärker ausgeschöpft wird.

Stärkste Zuwanderung in Wien

Für die konstant bleibende Zahl an Erwerbstätigen ist laut Statistik Austria ausnahmslos die Babyboomer-Generation, die Altersgruppe ab 55, verantwortlich. "Hier steigt die Zahl der am Arbeitsmarkt aktiven Personen bis 2050 um ein knappes Viertel." Die Zahl der unter 35-jährigen Erwerbspersonen soll bis Mitte des 21. Jahrhunderts hingegen um acht Prozent zurückgehen, jene der 35- bis 54-jährigen um fünf Prozent.

Der Anteil der Frauen an den Erwerbspersonen soll bis 2040 auf 47,1 Prozent steigen, nach 46,6 Prozent 2019. Bei der allgemeinen Erwerbsquote der 15- bis 64-Jährigen rechnet die Statistik Austria bis 2040 mit einer Zunahme von 76,8 auf 78,6 Prozent.

Während in den Bundesländern die Zahl der Erwerbspersonen künftig sinken oder stagnieren dürfte, ist Wien anders. Die Bundeshauptstadt hat die stärkste Zuwanderung zu erwarten, wodurch die Bevölkerung im Erwerbsalter deutlich zulegen dürfte. Bis 2050 soll die Zahl der Wiener Erwerbspersonen um 8,7 Prozent steigen, bis 2080 um 11,8 Prozent. Schon ab 2022 werden in Wien laut Statistik Austria mehr als eine Million Erwerbspersonen wohnen.

Kärnten schrumpft

In Gegensatz dazu schrumpft die Bevölkerung in Kärnten. Laut Statistik-Austria-Prognose dürfte die Zahl der Erwerbspersonen im südlichsten Bundesland am stärksten sinken, bis 2050 um 14,4 Prozent und bis 2080 um 17,7 Prozent. Für die Steiermark ist ein Rückgang von 7,1 Prozent bis 2050 bzw. 8,4 Prozent bis 2080 zu erwarten, für Salzburg ein Minus von 4,5 Prozent bis 2050 bzw. 5,5 Prozent bis 2080. Im Burgenland dürfte es 2050 um 3,5 Prozent weniger Erwerbstätige geben als 2019, 2080 nur mehr um 2,2 Prozent weniger. Für Vorarlberg wird bis 2050 ein Minus von 2,8 Prozent erwartet, bis 2080 ein Rückgang von 3,7 Prozent. "In Tirol bleibt die Zahl der Erwerbspersonen vorerst noch konstant, sinkt aber bis 2050 um 2,3 Prozent und bis 2080 um 3,0 Prozent", so die Statistik. Die Abnahme in Oberösterreich soll bis 2050 etwa 2,1 Prozent betragen und bis 2080 2,2 Prozent. In Niederösterreich soll die Zahl der Erwerbspersonen relativ konstant bleiben (2050: minus 0,2 Prozent; 2080: plus 1,5 Prozent).

Im Coronajahr 2020 gab es wegen des Einbruchs des Arbeitsmarkts geringfügig weniger Erwerbspersonen als 2019 (4,59 Millionen nach 4,60 Millionen), ursprünglich hätte die Statistik Austria ein kleines Plus erwartet. Bis 2023 solle die Erwerbsbeteiligung wieder die langfristig abzusehenden Trends erreichen.

(APA)