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Tourismus

Ischgl sagt Wintersaison nun ganz ab

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Das Skigebiet wurde gar nicht geöffnet. Mittelfristige Perspektiven für den Tourismus würden fehlen, heißt es. ÖSV-Präsident Schröcksnadel bezeichnet Lockerungen als "Verhöhnung des Sports“.

In Ischgl werden die Skilifte in der diesjährigen Saison weiterhin stillstehen. Das Skigebiet will seine Liftanlagen heuer nicht mehr in Betrieb nehmen, teilte die Silvrettaseilbahn AG am Mittwoch mit. Nach der Pressekonferenz der Regierung am Montag würde die "mittelfristige Perspektive für den Tourismus fehlen", hieß es.

"Angesichts des nach wie vor beunruhigenden Infektionsgeschehens, der verschärften Reiserestriktionen und der noch immer fehlenden Perspektiven für Öffnungsschritte in Gastronomie und Hotellerie ist eine Aufnahme des Skibetriebes für uns weniger denn je vertretbar", sagten die beiden Vorstände Markus Walser und Günther Zangerl. Zudem hätten die unterschiedlichen Vorschriften in Österreich und der Schweiz einen grenzüberschreitenden Skibetrieb unmöglich gemacht. Elf Seilbahnanlagen enden an der Staatsgrenze.

Die Skigebiete See, Kappl und Galtür bleiben aber weiterhin geöffnet. Auch die Loipen zwischen Ischgl und Galtür und die Winterwanderwege können weiterhin benützt werden, sagte Alexander von der Thannen, Tourismusverband-Obmann. Man bereite sich nun auf die Sommersaison vor. Der Touristiker kündigte mit dem 25. November bereits den Start der nächsten Wintersaison an.

Der Tiroler Wintersportort war wegen des Corona-Krisenmanagements im Vorjahr in die Negativschlagzeilen geraten. Es fand ein größerer Ausbruch des Coronavirus statt. Bevor der Saisonstart nun gänzlich abgesagt wurde, hatten die Verantwortlichen ihn zuerst noch verschoben. Das Skigebiet hatte 700.000 Euro in Hygiene- und Sicherheitsstandards investiert, hieß es noch im November.

Schröcksnadel: „Verhöhnung des Sports"

Die von der Regierung angekündigten Öffnungsschritte im Sport für Kinder und Jugendliche gehen gewichtigen Tiroler Sportfunktionären zu wenig weit. "Das war gar nichts, das war nicht einmal Makulatur", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel der "Tiroler Tageszeitung" (Mittwoch). "Es ist eine Verhöhnung des Sports." ÖFB-Vizepräsident Josef Geisler, der auch Chef des Tiroler Fußballverbandes ist, schrieb in einem Gastkommentar, er sei "zutiefst enttäuscht und fassungslos".

Die Bundesregierung hatte am Montag eine bedingte Öffnung für Nachwuchssportler ab dem 15. März kommuniziert, sollten es die Infektionszahlen zulassen. Die genauen Vorgaben in Bezug auf Höchstalter, Gruppengröße, Trainingsformen oder Test-Modalitäten stehen noch nicht fest, sie sollen bis Freitag in einer Verordnung ausgearbeitet sein. Fix ist, dass der an Vereine gebundene Amateursport weiter warten muss - also auch der Unterhaus-Fußball, in dem in Österreich die meisten Freizeitsportler organisiert sind.

Für Geisler ist das unverständlich, da "keinerlei Gefahr für eine Ausbreitung des Virus" gegeben und der Fußball kein Treiber der Pandemie sei. "Es wird pausenlos von der Notwendigkeit und Wichtigkeit des Testens im Zusammenhang mit einer wirksamen Pandemiebekämpfung gesprochen. Warum nützt man dann nicht den Fußball, der ja unstrittig die Eigenschaft eines riesengroßen Multiplikators hat, für diese Strategie?", wunderte sich der Zillertaler in der "TT". Geisler äußerte sich damit wesentlich schärfer als ÖFB-Präsident Leo Windtner.

 

(APA)