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Alternative Bezahlmethoden

Ende der App-Provision? Apple und Google könnten ihr Stück vom Kuchen verlieren

Das Urteil und die Untersuchungen der britischen Kartellbehörde könnten Apple viel Geld kosten.(c) Epic Games
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Ein US-Gesetz spielt Epic Games im Streit um „Fortnite“ in die Hände. Statt weiter Apple und Google 30 Prozent vom Umsatz abgeben zu müssen, könnten andere Wege eingeschlagen werden.

Ein am Mittwoch in Arizona (USA) verabschiedete Gesetz könnte im Streit um die Abgabenzahlungen an Apple und Google das Zünglein an der Waage sein für Epic Games. Aber auch aus Großbritannien droht den Tech-Riesen Ungemach. Denn die britische Kartellbehörde will jetzt tiefer Einblick haben. Ob Apple eine marktbeherrschende Stellung beim Verkauf von Apps habe, will die Behörde klären. Der Unwille zum Verhandeln könnte Google und Apple viel Geld kosten. 

Dabei fing alles recht harmlos und harmonisch an. Das Spielestudio Epic Games, das mit „Fortnite“ Millionen Nutzer begeistert, hatte genug davon, dass Apple und Google von ihrem Erfolg profitierten. Sie wollten künftig ihre digitalen Artikel in Eigenregie verkaufen. Denn von jedem verdienten Euro gehen 30 Cents an Apple bzw. Google. Entwickler müssen deswegen für den Bezahlvorgang auf das vorgegebene System der In-App-Käufe der Plattform zurückgreifen. Damals erklärte der damalige Apple-Chef Steve Jobs, dass der Apple Store aufgebaut, gewartet und gepflegt werden müsse. Man verdiene aber nichts daran. Damals. Doch heute sieht das anders aus. Dasselbe gilt für Google.

Epic Games versuchte nach eigenen Angaben amikale Lösungen anzubieten. Als diese nicht angenommen wurden, ließ man die Angelegenheit absichtlich eskalieren. Indem man eine alternative Plattform zur Bezahlung der In-App-Käufe anbot, verletzte man bewusst die Geschäftsbedingungen. Kurz darauf wurde Epic Games bei Apple und Google vor die Tür gesetzt. Und der Streit vor die Gerichte verlegt. Nach anfänglichen Rückschlägen, scheint jetzt der Spielehersteller allmählich Oberwasser zu bekommen, denn mit seiner Beschwerde über die Abgaben ist man nicht alleine. 

In Arizona wartet nun ein Gesetz auf die Bestätigung durch den Senat und die Unterschrift des dortigen Gouverneurs. Dieses sieht vor, dass Unternehmen aus Arizona nicht vorgeschrieben werden dürfe, welches Bezahlsystem sie zu verwenden haben.

Kartellbehörde nimmt Apple ins Visier

Die britische Kartellbehörde startet nach Beschwerden von App-Entwicklern über unfaire und den Wettbewerb behindernden Methoden eine Untersuchung gegen den US-Techkonzern. Die zentrale Frage: Hat Apple in Großbritannien beim Verkauf von Apps über seine Telefone und Tablets eine marktbeherrschende Stellung. Zudem werde untersucht, ob Apple dabei Entwicklern gegenüber, die den App Store des Konzerns nutzen, unfaire Praktiken anwende und den Wettbewerb behindere.

Dass Apple und Google an ihrem System festhalten, verwundert nicht. Marktforscher von Sensor Tower haben zum Start der Android-App berechnet, dass Apple binnen eines halben Jahres mehr als 50 Millionen Dollar an dem Spiel verdiente. Epic Games verdiente täglich zwei Millionen Dollar kurz nach dem Start der iOS-App 2018.

Dass die Gewinne wieder zu 100 Prozent an Epic Games fließen, will mit Sicherheit auch der größte Anteilseigner. Seit 2012 hält der chinesische Digitalkonzern Tencent knapp 48 Prozent an dem Studio, das in Los Angeles beheimatet ist.