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Frauentag

Feministinnen blockieren Wiener Gürtel

Die Aktivisten wollten auf die Morde von und die Gewalt an Frauen aufmerksam machen. Am Nachmittag ist zudem eine große Demo vor dem Frauenministerium angekündigt.

Donnerstagfrüh haben linke Aktivisten den Wiener Gürtel blockiert, um gegen Femizide zu demonstrieren. Etwa 60 Frauen und Männer setzten sich ab etwa 8 Uhr auf die mehrspurige Straße in der Nähe des Westbahnhofs. Sie hatten mehrere Transparente und ein großes Holzgestell, auf dem eine Zeichnung einer Frau angebracht war, mitgebracht.

Die nicht angemeldete Blockade sei der „Auftakt der feministischen Kampftage“. Man wolle keinen „fröhlichen Frauentag“ begehen, sondern auf die Morde und die Gewalt an Frauen aufmerksam machen. Mit technischen Blockademitteln sowie einer Sitzblockade wollte man den Stillstand der Politik symbolisch auf die Straße bringen. Die Veranstalter übten Kritik nicht nur an der österreichischen Politik, sondern auch an der zu wenig geführten öffentlichen Debatte über strukturelle Diskriminierung und sexualisierte Gewalt an Frauen.

Die Polizei war relativ schnell vor Ort und begann die Demonstration von der Straße zu räumen. Gegen 10 Uhr war sie auf dem Platz vor dem Westbahnhof aber weiterhin in Gang.

Die Polizei zählte entgegen den Angaben der Demonstranten rund 20 Teilnehmer. Für den Individualverkehr bedeutete die Aktion  einige Verzögerungen in dem Bereich. Durch die Sitzblockade musste der Verkehr des äußeren Gürtels über die Felberstraße umgeleitet werden. Der Stau reichte laut ÖAMTC etwa einen Kilometer bis zur Jörgerstraße zurück. Am inneren Gürtel kam es ebenfalls zu Problemen, weil die Autofahrer nicht in die Felberstraße abbiegen konnten.

Demo vor dem Frauenministerium

Die Aktion am Gürtel ist nicht die einzige, die am Donnerstag anlässlich des Frauentags in Wien stattfindet. Am Nachmittag haben eine ganze Reihe an Frauenorganisationen zu einer Demonstration vor dem Frauenministerium am Minoritenplatz aufgerufen. Es gebe einen „Backlash in in der Frauen- und Familienpolitik“, kritisieren die Veranstalter, so, „als ob wir während der Corona-Pandemie in die 50er-Jahre zurückkatapultiert wurden.“ In Sachen sozialer Absicherung, Arbeitsmarkt und Gewaltschutz werde zu wenig getan.

Unter den 38 Organisationen und Unterstützerinnen, die zu der Demo aufrufen, finden sich etwa die der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), der Österreichische Frauenring, die Katholische Frauenbewegung Österreichs und die ehemalige Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ).

(red.)