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Coronavirus

EU-Arzneimittel­behörde startet Zulassungs­prozess für Sputnik V

COVID-19 vaccination in Mexico City
Vielerorts wird Sputnik V schon im Kampf gegen die Pandemie eingesetzt - unter anderem in Mexiko, wo diese beiden Frauen in Mexiko-Stadt auf ihre Sputnik-Impfung warten. (Archivbild)REUTERS
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Die EMA widmet sich nun dem russischen Corona-Impfstoff. Stimmen, ihn zuzulassen, wurden zuletzt immer lauter: Deutschlands Kanzlerin, Angela Merkel, bot sogar eine Produktionskooperation an.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) beginnt mit der Prüfung einer möglichen Zulassung für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Das teilte die in den Niederlanden ansässige Behörde am Donnerstag mit. In Ungarn wird der Vektorviren-Impfstoff bereits eingesetzt, auch andere EU-Länder planen dies unabhängig von der EMA-Entscheidung.

Konkret wird ein „Rolling Review“-Verfahren begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Ergebnisse vorliegen und auch kein Zulassungsantrag gestellt wurde. Die Entscheidung basiere dann auf Ergebnissen von Laborversuchen und klinischen Studien bei Erwachsenen, wie die EMA mitteilte. Wann eine Zulassung erfolgen könnte, ist noch nicht abzusehen.

Kooperationsangebote in der EU

Sputnik V ist - so wie etwa das Vakzin von AstraZeneca - ein Vektor-Impfstoff und jenem von AstraZeneca sehr ähnlich, allerdings könnte er möglicherweise Vorteile etwa beim Transport haben. Er wurde vom staatlichen Gamaleja-Institut in Moskau entwickelt. Sein Name, „Sputnik“, ist angelehnt an die Raumfahrterfolge der Sowjetunion durch das Sputnik-Programm; „V“ steht nicht etwa für die römische Fünf, sondern für das englische Wort „Victory“, also Sieg, und sollte wie ein V ausgesprochen werden.

Zuletzt hatten sich viele Politiker in den EU-Nationalstaaten für eine Ausrollung des Sputnik-Impfstoffs ausgesprochen. So hatte etwa Deutschlands Bundeskanzlerin, Angela Merkel, im Jänner schon eine Produktionskooperation vorgeschlagen, so der russische Impfstoff von der EMA zugelassen werde. Auch Österreichs Bundeskanzler, Sebastian Kurz, denke an, Sputnik-Vakzine herstellen zu lassen, hieß es in Berichten im März.

Zulassung für J&J-Impfstoff voraussichtlich Mitte März

Der Hersteller von Sputnik V hatte zwar bereits mehrfach angegeben, dass ein Antrag bei der EU-Behörde gestellt worden sei. Das war aber nach Angaben der EMA bisher nicht der Fall. Der russische Hersteller hatte bei der EMA als EU-Partner die Firma R-Pharm Germany GmbH angegeben.

In der EU sind bisher drei Corona-Impfstoffe zugelassen worden. Sie stammen von den Herstellern Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca. Am 11. März wird die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffs des US-Herstellers Johnson & Johnson empfehlen. Die endgültige Entscheidung über eine Zulassung trifft die EU-Kommission, dies gilt jedoch als Formsache.

(Ag./Red.)